So, 22. April 2018

Gefahr für Schiffe

14.03.2017 09:33

Forscher vermaßen 21 Meter hohe Monsterwelle

Berichte von sogenannten Kaventsmännern - unglaublich hohen Monsterwellen - galten lange Zeit als Mythen oder einfach nur Seemannsgarn. Das änderte sich erst, als mit Satellitenfotos und Messungen ihre Existenz nachgewiesen werden konnten. Jetzt haben Forscher die Daten eines solchen Kaventmannes (Bild) genauer unter die Lupe genommen.

Die Monsterwelle war am 9. November 2007 von einer Offshore-Plattform in der norwegischen Nordsee aus mittels Lasersensoren vermessen worden. Wie ein Team um Mark Donelan von der University of Miami und Anne-Karin Magnusson vom Norwegian Meteorological Institute jetzt im Fachjournal "Scientific Reports" berichten, gehört der später Andrea-Welle getaufte Kaventmann zu den höchsten bzw. steilsten je vermessenen überhaupt. Die "Wand aus Wasser" hatte demnach eine Scheitelhöhe von 21 Metern, war etwa 100 Meter breit und legte circa 18 Meter pro Sekunde zurück.

Die Auswertung der Daten zeige, dass solche Monsterwellen deutlich häufiger auftreten als bislang angenommen und man damit das rätselhafte Verschwinden von Schiffen erklären könne, so die Wissenschaftler. Denn die Höhe und die große Geschwindigkeit von Kaventmännern würden enorme Anprallkräfte erzeugen, vor allem kleinere Schiffe könnten regelrecht "verschluckt" oder "zerschlagen" werden.

Kaventmänner auch für große Schiffe gefährlich
Aber auch größere Schiffe können durch die enormen Kräfte, die von solchen Monsterwellen ausgehen manövrierunfähig werden. Problematisch sind insbesondere die kurze Wellenlänge und die daraus folgenden großen Wellentäler. Sie stellen eine ernste Gefahr dar, weil die trägen Schiffskörper dadurch rasch wechselnden Belastungen ausgesetzt werden, unter denen sie sogar auseinanderbrechen können.

Die Andrea-Welle sei ganze acht Sekunden lang stabil gewesen und habe in dieser Zeit rund 140 Meter zurückgelegt. Wäre sie auf ein Schiff, das ohnehin schon gegen schweren Seegang ankämpft, getroffen, hätte sie es vermutlich regelrecht umgekippt, so die Forscher.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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