Sa, 18. November 2017

Kindesmisshandlung

26.02.2017 17:38

„Schon Babys müssen leiden!“

Die drei Monate alte Alessia in Linz vermutlich zu Tode geschüttelt, ein drei Wochen alter Bub im Mühlviertel mit gebrochenen Oberarmen und einem gebrochenen Bein ins Spital eingeliefert. Zwei schwere Fälle von Kindesmisshandlungen in kurzer Zeit. Die Leiterin der Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ, Christine Winkler-Kirchberger, zeigt sich betroffen.

Diese beiden Fälle erschüttern, sind aber hoffentlich Ausnahmen.
Ausnahmen schon, aber welche massive Gewalt oft schon Babys und Kleinkinder erleiden müssen, das ist erschreckend.
Sind solche Entwicklungen eigentlich vorherzusehen?
Alles wird man nicht verhindern können, aber durch die sogenannte "frühe Hilfe"  wird versucht, solche Problemfälle zu erkennen.
Wie läuft das konkret ab?
Wenn etwa bekannt wird, dass bereits Schwangere an psychischen Problemen leiden oder es massive finanzielle Probleme gibt, wird versucht, niederschwellig Hilfe anzubieten. Oft sind sehr junge Mütter betroffen. Eltern sind oft überfordert.
Viele scheuen allerdings den Weg zur Polizei.
Wenn es schon zu Gewalt kommt, ist es meist schon fast zu spät. Dann geht es nur noch um den Schutz der Kinder und Geschwister, die dann aus den Familien genommen werden müssen. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft oder die Jugendfürsorge sind Anlaufstellen,  wo nicht die Strafverfolgung im Vordergrund steht.
Dürfen Ärzte trotz Schweigepflicht etwas melden?
Bei Gefahr geht der Schutz vor. Es gibt in allen Spitälern mit Kinderabteilungen auch Kinderschutzgruppen, wo Fachleute Verdachtsfälle anonymisiert besprechen und die beste Strategie beraten. Das kann dann auch eine Anzeige sein.
Gewalt in der Familie wird oft verharmlost, etwa die sogenannte g’sunde Watschn.
Seit 1989 ist jede Form von Gewalt in der Familie verboten. Und eine Watschn beendet vielleicht kurz einen Konflikt, doch der kommt dann viel massiver zurück.

Interview: Markus Schütz/Kronen-Zeitung

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