Fr, 15. Dezember 2017

Neuer Rundumschlag

16.01.2017 06:57

Trump: "Merkel-Asylpolitik ein schlimmer Fehler"

Vier Tage vor seiner Amtseinführung hat der designierte US-Präsident Donald Trump in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung zur Flüchtlingspolitik der EU, zur NATO und zum Brexit ausführlich Stellung genommen. Während der Republikaner den EU-Ausstieg der Briten lobte, fand er für die Flüchtlingspolitik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel harte Worte: "Es war ein sehr schlimmer Fehler, all diese Illegalen ins Land zu lassen."

Von den Folgen habe Deutschland mit dem Anschlag von Berlin mit zwölf Toten "einen deutlichen Eindruck" bekommen. Man hätte Sicherheitszonen in Syrien einrichten sollen, so Trump. Das wäre seiner Ansicht nach wesentlich billiger gewesen. Die Golfstaaten hätten dafür zahlen sollen, "die haben doch schließlich Geld wie kaum ein anderer". "Das Ganze wäre wesentlich billiger gewesen als das Trauma, das Deutschland jetzt durchmacht", so Trump.

Er bekräftigte auch seinen Plan, "extreme Sicherheitsüberprüfungen" bei der Einreise in die USA einführen zu wollen. Ob sich dies auch auf Einreisen aus EU-Staaten auswirken werde, werde man noch sehen.

Brexit: Flüchtlingswelle "brachte Fass zum Überlaufen"
Die Zukunft der Europäischen Union war ebenfalls ein Thema in dem Interview, das Trump der "Bild" und der britischen "Times" gab. Der Immobilienmilliardär prophezeite nach dem Brexit weitere Austritte aus der EU. "Sehen Sie sich die Europäische Union an, die ist Deutschland. Im Grunde genommen ist die Europäische Union ein Mittel zum Zweck für Deutschland. Deswegen fand ich, dass es so klug von Großbritannien war, auszutreten", sagte Trump.

"Menschen, Länder wollen ihre eigene Identität, Großbritannien wollte seine eigene Identität. Die Leute wollen nicht, dass andere Leute in ihr Land kommen und es zerstören." Als Grund für das Brexit-Votum der Briten nannte Trump die Flüchtlingskrise. "Wenn sie nicht gezwungen worden wären, all diese Flüchtlinge aufzunehmen - so viele, mit all den Problemen, die das mit sich bringt -, dann wäre es nicht zum Brexit gekommen", sagte er. Dies sei "der letzte Tropfen" gewesen, "der das Fass zum Überlaufen brachte".

NATO "obsolet"
Das nordatlantische Verteidigungsbündnis NATO bezeichnete Trump als "obsolet", weil sie "vor vielen, vielen Jahren entworfen wurde", die Länder nicht das zahlten, "was sie zahlen müssten", und "weil sie sich nicht um den Terrorismus gekümmert hat". Ihm persönlich sei die NATO "sehr wichtig", aber nur fünf der 28 Staaten würden in das Verteidigungsbündnis einzahlen, was sie müssten. Das sei "sehr unfair" gegenüber den USA.

Zu den westlichen Sanktionen gegen Russland sagte Trump, Russland leide im Moment schwer darunter. "Aber ich glaube, da könnte manches gehen, von dem viele Leute profitieren würden." Die Menschen müssten schließlich miteinander auskommen und das tun, was sie tun müssen, um fair zu sein. Er wolle angesichts der Sanktionen der EU "mal sehen, ob wir ein paar gute Deals mit Russland machen können". Dies betreffe unter anderem eine mögliche Reduzierung des Atomwaffenarsenals.

"Irakkrieg möglicherweise schlechteste Entscheidung der USA"
Trump kritisierte die russische Intervention im syrischen Bürgerkrieg als "sehr schlechte Sache", die zu einer "schrecklichen humanitären Situation" geführt habe. Den Irakkrieg bezeichnete er als "möglicherweise schlechteste Entscheidung in der Geschichte der USA". "Wir haben da etwas entfesselt - das war, wie Steine in ein Bienennest zu schmeißen", sagte er zu dem von seinem Parteifreund George W. Bush im Jahr 2003 begonnenen Krieg. "Und nun ist es eines der größten Schlamassel aller Zeiten."

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