Do, 19. Oktober 2017

Video zeigt Anschlag

06.01.2017 12:18

Tote bei Explosion einer Autobombe in Izmir

Die Explosion einer Autobombe vor dem Justizgebäude in der westtürkischen Millionenmetropole Izmir hat am Donnerstag zwei Todesopfer und mehrere Verletzte gefordert. Die Detonation habe sich am Nachmittag in der Nähe des Gerichts ereignet, berichtete der Sender CNN Türk. Zwei Angreifer wurden bei einem anschließenden Schusswechsel von der Polizei erschossen, ein dritter sei noch auf der Flucht, hieß es. Die Regierung in Ankara vermutet die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hinter dem Anschlag, am Freitag gab es erste Festnahmen.

Die Autobombe detonierte laut CNN Türk auf einem für Richter und Staatsanwälte reservierten Parkplatz vor dem Gebäude. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden zwei Terroristen getötet, einer sei auf der Flucht.

Bei den beiden Toten handelt es sich laut Anadolu um einen Polizisten sowie einen Gerichtsmitarbeiter. Über die Zahl der Verletzten gab es unterschiedliche Meldungen: CNN Türk berichtete von sieben, unter ihnen zwei Polizisten, die Nachrichtenagentur Dogan vermeldete insgesamt elf Verletzte. Das Gebäude sei evakuiert worden, die Polizei fahnde - auch mit Hubschraubern - nach dem Flüchtigen. Laut dem Sender wurde eine Nachrichtensperre verhängt.

Zahlreiche Krankenwagen und Rettungskräfte waren am Ort der Detonation. Auf Fernsehbildern waren Flammen und Rauch zu sehen.

Regierung vermutet PKK hinter Anschlag
Der Gouverneur von Izmir, Erol Ayyildiz, sagte am Tatort, die bisherigen Erkenntnisse würden darauf hindeuten, dass die PKK hinter dem Anschlag stecke. Zum Anschlag selbst sagte Ayyildiz, die Polizei habe den zur Bombe umgebauten Wagen an einem Checkpoint vor dem Justizgebäude gestoppt. Es sei zum Schusswechsel gekommen, dabei hätten die Angreifer die Bombe gezündet. Ein zweites verdächtiges Fahrzeug sei von der Polizei kontrolliert gesprengt worden.

Vizepremier: "Sehr großes Massaker verhindert"
Laut Angaben des türkischen Vize-Ministerpräsidenten Veysi Kaynak ist es der Polizei gelungen, ein "sehr großes Massaker" zu verhindern. Die Terroristen hätten zwei Schnellfeuergewehre, eine Panzerfaust mit acht Granaten sowie acht Handgranaten mit sich geführt, sagte er. Die Waffenfunde würden darauf hindeuten, dass ein wesentlich größerer Anschlag geplant gewesen sei, so Kaynak.

Am Freitagvormittag nahm die Polizei 18 Personen fest. Wie Justizminister Bekir Bozdag mitteilte, gebe es in der Regierung keine Zweifel mehr, dass die PKK hinter dem Gewaltakt stecke.

Izmir bisher von Gewalt verschont
Izmir ist nach Istanbul und Ankara die größte Stadt der Türkei und seit der Eskalation der Gewalt im Land im Sommer 2015 bisher von schweren Anschlägen verschont geblieben. In den vergangenen vier Wochen kam es in der Türkei zu einer ganzen Reihe terroristischer Angriffe, die insgesamt mehr als 100 Menschen das Leben kosteten.

Erst in der Silvesternacht hatte ein Terrorist in einem Istanbuler Nachtclub 39 Menschen getötet. Die Verantwortung für diese Tat hat die Terrormiliz Islamischer Staat für sich reklamiert.

 krone.at
Redaktion
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