So, 19. November 2017

2016, es reicht!

26.12.2016 08:38

George Michael ist tot - mit nur 53 Jahren

Das Jahr 2016 hat uns einen weiteren der ganz Großen genommen: den britischen Popsänger George Michael. Der 53-Jährige sei "friedlich bei sich zu Hause entschlafen", erklärte sein Agent am Sonntag. Die größten Hits des weltbekannten Sängers und Komponisten waren "Last Christmas", "Faith" und "Freedom". Im Laufe seiner Karriere verkaufte er mehr als 100 Millionen Alben weltweit. George Michael, der immer wieder mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte, lebte zuletzt in Südengland.

"Mit großer Trauer bestätigen wir, dass unser geliebter Sohn, Bruder und Freund George während der Weihnachtstage zu Hause friedlich entschlafen ist", teilte George Michaels Publizist mit. Im Namen der Familie bat er, ihr Privatleben "in dieser schwierigen Zeit" zu respektieren. "Gegenwärtig gibt es dazu keinen weiteren Kommentar."

Herzversagen als Todesursache?
Wie der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf die Polizei berichtete, wurde am Sonntagnachmittag ein Krankenwagen nach Goring in der südenglischen Grafschaft Oxfordshire, etwa 90 Kilometer von London entfernt, gerufen, wo Michael lebte. Die Polizei schloss "verdächtige Umstände" seines Todes aus. Das Magazin "Billboard" berichtete unter Berufung auf Michaels Manager Michael Lippman, dass der Sänger an Herzversagen gestorben sei.

"So vielen Menschen passierten schreckliche Sachen"
George Michael lebte immer in Extremen. Als Sohn eines griechischen-zypriotischen Einwanderers und einer Engländerin wurde er in London geboren und verbrachte den größten Teil seines Lebens dort. Nach den großen Wham!-Erfolgen mit Schulfreund Andrew Ridgeley - bekanntestes Lied ist der auch heute noch beliebte Weihnachtsschlager "Last Christmas" (siehe Video unten) - erlebte er in den 90er-Jahren viele persönliche Schicksalsschläge. Vor allem der Tod seiner Mutter und seines Lebensgefährten stürzten ihn in tiefe Krisen, wie er in einem Interview der dpa erzählte: "So vielen Menschen, die ich liebte, passierten schreckliche Sachen. Es war fast bizarr."

Viele Hoch und Tiefs mit Erfolgen und Skandalen
Sein Leben in der Öffentlichkeit war noch nie wirklich problemlos. Selbst zu Beginn seiner Karriere, als er in den 80er-Jahren mit Wham! ebenso glatt und sauber wie seine Musik wirkte, rumorte es in ihm. Denn während er seine Rolle als Frauenschwarm nach außen perfekt spielte, haderte er damit, seine Homosexualität verstecken zu müssen. Seit dieser Zeit hat er einen langen Weg mit vielen Hochs und Tiefs, musikalischen Erfolgen und privaten Skandalen zurückgelegt.

In Wien brachte den Superstar, der mit Songs wie "Faith" und "Freedom" weltberühmt wurde, vor fünf Jahren eine Lungenentzündung dem Tode nahe. Eigentlich hatte er sich wieder erholt, seine Erfahrungen sogar im Song "White Light" verarbeitet und war unter anderem bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in London 2012 aufgetreten. Doch einige Wochen zuvor ein neuer Schock: Der Sänger fiel aus einem fahrenden Auto auf die Autobahn - was genau passierte, ist bis heute nicht bekannt.

Mehrfach unter Drogeneinfluss am Steuer, musste auch in Haft
Weil nicht klar war, was hinter dem Unfall steckte, wucherten die Spekulationen. Boulevardmedien zitierten Zeugen, die gesehen haben wollen, wie Michael blutüberströmt in einem zerrissenen Trainingsanzug auf der Fahrbahn lag. Angeblich wollte er die halb offene Autotür zuschlagen - doch es wurde auch gerätselt, ob erneut Drogen im Spiel gewesen sein könnten.

Michael war schon mehrfach unter Drogeneinfluss hinter dem Steuer unterwegs gewesen, musste deshalb seinen Führerschein abgeben, Sozialstunden ableisten und 2010 sogar acht Wochen ins Gefängnis. Erst im vergangenen Jahr musste er seine Fans nach neuen Drogengerüchten wieder beruhigen: "An meine Lieben, glaubt diesen Müll in den Zeitungen heute nicht von jemandem, den ich nicht mehr kenne und seit fast 18 Jahren nicht mehr gesehen habe ...", twitterte der Sänger damals. Boulevardzeitungen hatten eine entfernte Verwandte mit Aussagen zu einer angeblichen Drogensucht zitiert. Ihm gehe es bestens, schrieb er weiter. Zudem schickte er "Viel Liebe" und verabschiedete sich als "Der singende Grieche" - sein Geburtsname war Georgios Kyriacos Panayiotou.

Michael arbeitete mit Naughty Boy an einem Album
Zuletzt arbeitete Michael gemeinsam mit dem britischen Produzenten Naughty Boy an einem neuen Album. Doch seine Wortmeldungen auf Twitter und Facebook waren immer seltener geworden. Heuer hatte er gar nur zweimal auf Twitter etwas gepostet - zuletzt meldete er sich am 28. September.

Musikwelt trauert um einen ganz Großen
Der plötzliche Tod des britischen Popsängers George Michael hat die Musikwelt schwer getroffen. Davon zeugen zahlreiche Reaktionen seiner Freunde und Kollegen in den sozialen Netzwerken. "Lebewohl mein Freund. Wieder ist ein großer Künstler von uns gegangen. Kann sich das Jahr 2016 jetzt nicht verpissen?", schrieb etwa Sängerin Madonna auf Facebook.

Besonders emotionale Worte fand Elton John. "Ich stehe unter Schock", schrieb der 69-jährige Brite auf Instagram. "Ich habe eine geliebten Freund verloren - die freundlichste, großzügigste Seele und ein brillianter Künstler. Mein Herz fühlt mit seiner Familie, seinen Freunden und den Fans." Dazu veröffentlichte er ein Foto, das ihn gemeinsam mit Michael zeigt.

Abertausende Beileidsbekundungen im Netz
Auch für seine Fans wird er unvergessen bleiben. Tausende Beileidsbekundungen waren nur kurze Zeit nach Bekanntwerden seines Todes auf Twitter zu lesen. Vor allem teilten die Trauernden Videos seiner größten Hits.

Heike Reinthaller-Rindler
Chefin vom Dienst
Heike Reinthaller-Rindler
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden