Di, 21. November 2017

400 Stück weg

22.12.2016 20:54

Ansturm auf die Alarmgeräte der Polizei

Die Übergriffe bei der vergangenen Silvester-Feier, die Vorfälle im Lehener Park und am Salzburger Bahnhof - viele Salzburger sind verunsichert, fühlen sich nicht mehr sicher, wenn sie abends rausgehen. Die Polizei lud am Donnerstag in die Direktion ein, informierte und verteilte praktische Hand-Alarmgeräte.

Schon vor zehn Uhr standen viele Salzburger vor der Polizeidirektion in der Alpenstraße und warteten auf Einlass. Die Beamten hatten eine Info-Veranstaltung organisiert, wollten vor allem die Frauen beraten, wie sie Gefahrensituationen vermeiden und die eigene Sicherheit erhöhen können. Für die Besucher gab es ein praktisches Hand-Alarmgerät, das sobald man einen Stift herauszieht einen schrillen Ton von sich gibt. Es dient dazu auf sich aufmerksam zu machen, aber auch einen Angreifer abzuschrecken. Binnen weniger Minuten waren die 400 Stück vergriffen, die Polizisten hätten wohl doppelt so viele Geräte ausgeben können.

Frauen fühlen sich nicht mehr sicher

Viele fühlen sich in Salzburg nicht mehr sicher, gerade abends gehen sie ungern auf die Straße. "Ich wohne in der Nähe des Bahnhofes. Dort sitzen vor allem abends viele Männer, da fühlt man sich einfach oft unwohl", schildert etwa Svjetlana und sagt: "Ich bin früher oft mit dem Rad gefahren, heute mache ich das nicht mehr. Ich nehme lieber das Auto." Auch Esther, die mit Enkerl Leon in die Alpenstraße gekommen ist, geht abends nur mehr in Begleitung hinaus. "Unser Haus ist mit Rollläden und Gittern gesichert. Ich habe auch einen Pfefferspray", sagt sie.

Zur Beratung standen Beamte der Kriminalprävention des Landeskriminalamtes bereit, wie etwa Robert Meikl. "Wichtig ist, dass man mit offenen Augen durch die Straßen geht und seine Umgebung wahrnimmt", meint er. Er rät, auch auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen. Fühlt man sich einmal unwohl, einfach versuchen der Situation auszuweichen. Für Nachtschwärmer hat er auch einen Tipp: "Den Heimweg planen! Wie und mit wem komme ich nach Hause, welchen Weg nehme ich? Das sollte man schon vorher wissen", sagt Meikl. Davor gefeit in eine brenzlige Situation zu kommen ist niemand: "Man sollte mit sich selbst vereinbaren, was man in so einer Situation tun will", so Meikl. Wer eine Strategie im Kopf hat, reagiert besser. In gefährlichen Situationen sollte man lautstark auf sich aufmerksam machen, bei einer Attacke entschlossen zur Wehr setzen. Hat man das Gefühl verfolgt zu werden, Schutz bei anderen Menschen, in Lokalen oder Geschäften suchen.

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