Mo, 20. November 2017

Explosion neben Bus

17.12.2016 12:24

Türkei: 13 Tote bei Anschlag in Großstadt Kayseri

Nur eine Woche nach dem verheerenden Doppelanschlag in Istanbul mit Dutzenden Toten sind bei einer Explosion in der zentraltürkischen Großstadt Kayseri Samstagfrüh mindestens 13 Soldaten getötet und rund 55 weitere Menschen verletzt worden. Laut den Behörden war neben einem Bus, der Soldaten außer Dienst sowie Zivilisten transportierte, eine Autobombe detoniert. Die Regierung vermutet die verbotene kurdische Arbeiterpartei (PKK) hinter dem Blutbad, Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht mittlerweile das gesamte Land im Visier von Terrororganisationen.

Der Gouverneur der Provinz Kayseri, Suleyman Kamci, sprach nach dem Blutbad von einem "terroristischen Anschlag" gegenüber der Erciyes-Universität auf einen Bus mit Soldaten. Laut der Armee hatten die Soldaten einen freien Tag und die Erlaubnis, diesen außerhalb der Kaserne zu verbringen. Ähnliche Anschläge haben in den vergangenen Monaten vor allem die Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) verübt, eine radikale Splittergruppe der PKK. Auch diesmal "deuten alle Hinweise auf die PKK hin", sagte der stellvertretende Regierungschef Numan Kurtulmus.

Erdogan: "Anschläge gelten allen unseren Bürgern"
Präsident Erdogan erklärte, das ganze Land sei nunmehr im Visier von Terrororganisationen. Dabei bezog er sich auf den Umstand, dass die Industriestadt Kayseri weit entfernt von den Kurdengebieten im Südosten der Türkei liegt und normalerweise als ruhig gilt. Die Anschläge gälten nicht nur Soldaten und Polizisten, "sondern allen unseren 79 Millionen Bürgern", hieß es nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in einer Mitteilung des Staatschefs. Die Terrorgruppen würden "im Geiste der nationalen Mobilmachung" bekämpft werden. Erdogan hatte vergangene Woche das türkische Volk dazu aufgerufen, "alle Terrorverdächtigen und deren Unterstützer" den Behörden zu melden.

PKK-Splittergruppe bekannte sich zu Blutbad in Istanbul
Erst vor einer Woche war die Türkei von einem schweren Attentat erschüttert worden. Bei einem Doppelanschlag in Istanbul, der sich gegen die Polizei richtete, wurden 44 Menschen getötet. Zu der Tat bekannten sich die TAK.

Als Reaktion nahmen die türkischen Behörden mehr als 200 Politiker und Anhänger der prokurdischen Partei HDP fest. Seit der erneuten Eskalation des Konflikts zwischen den Kurden und der türkischen Regierung im Sommer 2015 lehnt Ankara jeden Dialog mit der HDP ab. Sie betrachtet die Oppositionspartei als politischen Arm der PKK, Erdogan bezeichnet HDP-Politiker regelmäßig als "Terroristen". In den vergangenen Monaten weitete die Regierung ihr Vorgehen gegen die Partei aus.

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