Di, 21. November 2017

Luftangriff

02.12.2016 09:48

Clown von Aleppo im Bombenhagel gestorben

Der Clown von Aleppo ist tot. Jener Mann, der in der syrischen Kriegshölle als Clown verkleidet versuchte, die Kinder zum Lachen zu bringen und die in den Ruinen ausharrende Bevölkerung von ihrem düsteren Dasein abzulenken, ist der BBC zufolge im Bombenhagel auf die nordsyrische Stadt ums Leben gekommen.

Wie der britische Nachrichtensender am Donnerstag berichtete, soll der 24-jährige Anas al-Basha bei einem Luftangriff tödlich verletzt worden sein. Sein Bruder habe die Leiche des Sozialarbeiters demnach bereits identifiziert und anschließend erklärt: "Er lebte, um Kinder an einem der dunkelsten und gefährlichsten Orte glücklich zu machen und zum Lachen zu bringen." Mit seinem Tod ist Aleppo noch ein bisschen dunkler geworden.

Clown wollte Stadt nicht verlassen
Al-Basha hatte erst vor zwei Monaten geheiratet, seine Witwe soll sich laut BBC noch immer in der Stadt aufhalten. Trotz der katastrophalen Situation in der stark zerstörten ehemaligen Wirtschaftsmetropole lehnte es der 24-Jährige stets ab, wie Zehntausende andere Menschen aus Aleppo zu fliehen. Er zog es stattdessen vor, als Leiter der Gruppe "Ort der Hoffnung" weiterhin Gutes für die leidenden Kinder und schutzlosen Zivilisten zu tun.

In Aleppo tobt die entscheidende Schlacht
Seit Wochen findet in Aleppo die entscheidende Schlacht zwischen den eingekesselten IS-Extremisten und der vor allem von Russland unterstützten offiziellen syrischen Armee statt. Unzählige Menschen sind vertrieben worden, Zehntausende kamen in dem Konflikt bereits ums Leben. Viele Opfer sind Kinder. Erst am Donnerstag wurden laut Angaben von Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bei einem Artillerieangriff auf die Rebellengebiete vier Kinder einer Familie getötet. Die Aktivisten machten das syrische Regime für den Angriff verantwortlich.

Bei einem weiteren Angriff waren am Mittwoch mindestens 26 Menschen auf der Flucht in sicherere Gebiete ums Leben gekommen. Regimegegner warfen den Truppen der Regierung vor, die Granaten abgeschossen zu haben.

Kurdenchef: "Was Aleppo anbelangt, ist die Sache wohl durch"
Je dramatischer die Kämpfe werden, desto mehr Menschen fliehen auch aus den Rebellengebieten. Ziele der Flüchtlinge sind häufig Stadtteile, die von kurdischen Einheiten oder sogar von den Truppen des syrischen Regimes gehalten werden. "Sie werden dort versorgt, inzwischen ist die UNO vor Ort, wir werden die Situation in den Griff bekommen", sagte Salih Muslim, der Chef der Kurdenmiliz YPG. Muslim ist hinsichtlich der Rückeroberung Aleppos zuversichtlich und erklärte in der "Süddeutschen Zeitung": "Die Sache ist wohl durch."

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