Mi, 22. November 2017

Ab 1. Dezember

23.11.2016 14:06

„Charlie Hebdo“ startet deutsche Ausgabe

Die durch einen Terroranschlag auf ihre Redaktion bekannt gewordene französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" erscheint künftig auch auf Deutsch. Die erste Nummer wird am 1. Dezember mit einer Startauflage von 200.000 Exemplaren in den Handel kommen, wie eine "Charlie Hebdo"-Sprecherin am Mittwoch sagte.

Ein Teil davon wird nach Angaben des Verlages Morawa auch in Österreich erhältlich sein. Über die genaue Auflage in Österreich konnte man allerdings keine Auskunft geben. Kosten soll "Charlie Hebdo" jedenfalls 4,30 Euro und damit 70 Cent weniger als die französischsprachige Ausgabe.

Für die deutsche Version werden nach Angaben der Sprecherin vor allem Texte und Karikaturen des französischen Originals übersetzt. Vorgesehen sind aber auch eigens für die deutsche Ausgabe angefertigte Inhalte. Schon seit Monaten bereitet ein kleines Team aus Journalisten und Übersetzern das Projekt vor.

"Ausgabe der Überlebenden" besonders gut verkauft
Es ist das erste Mal, dass "Charlie Hebdo" einen Ableger im Ausland gründet. Die Wahl fiel auf Deutschland, weil die Zeitungsmacher dort ein besonderes Interesse an ihrer Arbeit sehen. So verkaufte sich die eine Woche nach dem tödlichen Anschlag auf ihre Redaktion veröffentlichte sogenannte "Ausgabe der Überlebenden" auf dem deutschsprachigen Markt besonders gut.

Berühmt-berüchtigt
"Charlie Hebdo" ist in der französischen Medienlandschaft eine Institution und bekannt für provokante, häufig derbe Karikaturen. Die 1970 gegründete Satirezeitung kommentiert mit bissigem Humor das politische und gesellschaftliche Geschehen im In- und Ausland und nimmt Politiker, Prominente und Religionen aufs Korn. Mit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen zog sich "Charlie Hebdo" immer wieder die Wut von Muslimen zu.

Zu tragischer Berühmtheit gelangte die Zeitung durch den islamistischen Anschlag auf ihre Redaktion am 7. Jänner 2015. Zwei Islamisten stürmten die Büros der Zeitung in Paris während einer Redaktionskonferenz und erschossen zwölf Menschen, darunter acht Mitarbeiter von "Charlie Hebdo". Der Anschlag löste weltweit Entsetzen aus, die Satirezeitung wurde zu einem Symbol der Presse- und Meinungsfreiheit. Es folgte eine beispiellose Welle der Solidarität mit der Satirezeitung, der Spruch "Je suis Charlie" - "Ich bin Charlie" - ging um die Welt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden