Mi, 22. November 2017

„Gänzlich korrupt“

28.10.2016 19:47

WikiLeaks enthüllt brisante „Bill Clinton AG“

Das Enthüllungsportal WikiLeaks hat bisher unbekannte E-Mails veröffentlicht, die ein neues Licht auf das Geschäftsgebaren der Clinton-Familie werfen. Die offenbar von Hackern geknackten privaten Mails legen den Schluss nahe, dass Bill Clinton, Ex-Präsident und Ehemann der jetzigen Kandidatin Hillary Clinton, als Vorsitzender der wohltätigen Clinton-Stiftung persönlich Millionensummen für profitorientierte Tätigkeiten einnahm und nicht an die Stiftung abführte. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump nannte das Vorgehen der Clintons "gänzlich korrupt". Das FBI hat bereits weitere Nachforschungen zu Clintons E-Mail-Affäre angekündigt.

Im Zentrum der Enthüllungen, die am Donnerstag bekannt wurden, steht eine E-Mail des Bill-Clinton-Beraters Douglas Band aus dem Jahr 2011. Band schreibt darin, er habe dem früheren Präsidenten "profitorientierte Tätigkeiten für mehr als 50 Millionen Dollar" (rund 46 Millionen Euro) vermittelt. Zudem gehe es um "künftige Vertragsabschlüsse" im Wert von 66 Millionen Dollar, "falls er mit diesen Engagements weitermachen will".

In der E-Mail erläutert Band detailliert seine Tätigkeiten zum Eintreiben von Finanzmitteln - sowohl für die gemeinnützige Clinton-Stiftung als auch für den Ex-Präsidenten persönlich. Das Geflecht seiner überschneidenden Aktivitäten für die Stiftung und den Privatmann Clinton bezeichnete der Berater in der E-Mail selbst als "Bill Clinton AG".

Russland hinter geleakten Mails vermutet
Die E-Mails stammen vom Konto John Podestas, der aktuell Wahlkampfleiter von Hillary Clinton ist und zum Zeitpunkt, als Band die Mails schrieb, selbst für die Clinton-Stiftung arbeitete. Die US-Geheimdienste vermuten, dass Russland hinter dem Hackerangriff steckt und die E-Mails an WikiLeaks weiterleitete. Die Kandidatin Clinton sieht darin einen Versuch, ihrem Wahlkampf zu schaden.

Die enthüllten E-Mails enthalten keine Belege dafür, dass Bill Clintons damalige Auftraggeber durch ihr Engagement politische Gegenleistungen erhielten - etwa von Hillary Clinton, die damals Außenministerin der USA war. Sie scheinen aber das erhebliche Ausmaß von Bill Clintons profitorientierten Aktivitäten parallel zu seinem gemeinnützigen Engagement in der Stiftung zu dokumentieren.

Trump: "Sie haben Schindluder getrieben"
Trump wirft dem Clinton-Clan korrupte Machenschaften vor. "Wenn die Clintons bereit waren, mit ihrem Unternehmen Schindluder zu treiben, als sie nicht im Weißen Haus waren, stellt euch nur einmal vor, was sie im Oval Office tun werden", sagte der Immobilienmilliardär bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Ohio. "Herr Band nannte die Vereinbarungen 'unorthodox'. Wir anderen nennen sie gänzlich korrupt", tönte Trump.

FBI will weitere E-Mails von Clinton prüfen
Das FBI hat unterdessen weitere Nachforschungen zur E-Mail-Affäre der demokratischen Präsidentschaftskandidatin angekündigt. Das teilte die Behörde in einem Brief an Abgeordnete mit, aus dem mehrere Medien sowie der Republikaner Jason Chaffetz zitierten. In dem Brief von FBI-Chef James Comey hieß es, es seien im Zuge einer anderen Ermittlung weitere E-Mails von Clinton aufgetaucht, die vertrauliche Inhalte enthalten könnten. Es werde geprüft, ob dies für Clintons Fall eine maßgebliche Rolle spiele. Das FBI hatte seine Ermittlungen im Juli abgeschlossen und empfohlen, keine Anklage gegen Clinton zu erheben.

Clinton war im Wahlkampf wegen der Nutzung eines privaten E-Mail-Kontos während ihrer Zeit als Außenministerin von 2009 bis 2013 unter Druck geraten. Insgesamt geht es um Zehntausende Mails.

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