Sa, 16. Dezember 2017

Viele Zivilisten tot

21.09.2016 08:00

USA: Russen stecken hinter Angriff auf Hilfskonvoi

Die USA machen Russland für den Angriff auf einen Hilfskonvoi in Syrien verantwortlich. Alle Informationen deuteten auf einen Luftangriff auf den Konvoi hin und damit könnten nur Russland oder die syrische Regierung hinter der Tat stecken, sagte der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Ben Rhodes, am Dienstagabend in New York.

"Auf jeden Fall machen wir Russland für Luftangriffe in dieser Gegend verantwortlich", sagte Rhodes. Bei dem Angriff am Montag waren laut Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond mehr als 20 Zivilisten getötet und 18 von 31 Lastwagen des Konvois zerstört worden. Die UNO stoppte daraufhin alle Hilfslieferungen in das Bürgerkriegsland.

Aus US-Regierungskreisen hatte es kurz zuvor bereits geheißen, zwei russische Kampfjets des Typs SU-24 hätten die Lkws angegriffen. Die Maschinen seien laut Erkenntnissen des US-Geheimdienstes genau zum Zeitpunkt der Bombardierung über dem Konvoi gewesen. Das führe zu dem Schluss, dass das russische Militär verantwortlich sei.

Die Regierung in Moskau hat entsprechende Vorwürfe zurückgewiesen und mitgeteilt, es habe offenbar gar keinen Angriff aus der Luft gegeben. Auch die Vereinten Nationen gingen am Dienstag nicht mehr unbedingt von einem Luftschlag aus. "Wir sind nicht in der Lage, festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen Luftangriff gehandelt hat", sagte ein UNO-Sprecher. Die Vereinten Nationen hatten wie die USA zunächst von einer Bombardierung aus der Luft gesprochen.

Russland kündigt Untersuchung an
Das russische Außenministerium kündigte am Abend eine genaue Untersuchung des Zwischenfalls an und gab sich über die US-Anschuldigungen erschüttert: "Mit Empörung nehmen wir die Versuche wahr, der russischen und der syrischen Luftwaffe die Verantwortung für den Zwischenfall zu geben", hieß es der Agentur Interfax zufolge in einer Mitteilung des Ministeriums. Für solche Anschuldigungen gebe es keine Beweise. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, auf Videoaufzeichnungen sei gut sichtbar, dass Terroristen mit einem Lastwagen den Konvoi begleiten würden. "Auf dem Fahrzeug steht ein großkalibriger Granatwerfer", sagte Generalmajor Igor Konaschenkow.

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