Fr, 24. November 2017

Nach Coups in Europa

04.09.2016 21:33

„YouTube“-Dieb bei uns verhaftet

200.000 Mal wurde das Kurz-Video auf YouTube angeklickt: Es zeigt den Rumänen (41) bei einem versuchten Taschendiebstahl in der Londoner U-Bahn. Den Film drehten Ermittler und stellten ihn ins Netz. Der Rumäne flüchtete nach Österreich, wo er weiter stahl. In Salzburg wanderte der Seriendieb nun ins Gefängnis.

Rumänen-Banden arbeiten stets nach dem gleichen Schema: Ein Dieb gibt seine Beute sofort einem Komplizen, Diebstähle sind so schwer nachzuweisen. Als zivile Ermittler den Rumänen (41) in London anhielten, hatte er leere Taschen. Doch weil gegen ihn wegen weiterer Diebstähle ermittelt wurde, flüchtete er zunächst nach Portugal, dann nach Österreich. Dort wurde er kürzlich bei einem Diebstahl in der U1 fotografiert. In Salzburg fiel der Mann zunächst am 18. August auf der Schranne auf, wo er gemeinsam mit einer Frau auf Beutezug war. Er wurde erwischt, konnte nach kurzer Flucht aber gefasst werden. Die Polizei nahm Fingerabdrücke und seine DNA, dann tauchte der Rumäne wieder unter.

Am 26. August wurde man auf den Profi-Dieb in Taxenbach aufmerksam: Die Überprüfung des 41-Jährigen ergab, dass er von der Polizei in Portugal zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben war, außerdem fand man bei ihm ein hochwertiges Mobiltelefon. Das hatte der Mann einer Brasilianerin am Bahnhof in Wörgl gestohlen, die Polizei verständigte die Frau per Mail über den Fund. Der Rumäne, der sich nach eigenen Angaben mit seiner Familie seit 13. August in der Stadt Salzburg zum Betteln aufhielt, hatte bereits mehrmals auf der Schranne versucht, Passanten zu bestehlen. Auch am 27. August misslang sein Betteltrick, bei dem eine Komplizin das Opfer ablenkte, auf der Schranne. Der Rumäne wurde neuerlich kurz festgenommen.

Festnahme am Bahnhof
Am 1. September fiel der Dieb in einem Drogeriemarkt am Bahnhof auf: Polizisten entdeckten bei ihm Kosmetikartikel und die Karte eines Schließfaches. Darin fanden Ermittler Kleidungsstücke, teilweise noch mit Preisschildern und weitere Parfums um insgesamt mehrere hundert Euro. Der Rumäne zeigte sich nicht geständig. Er wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Puch-Urstein eingeliefert. Auf sein Konto dürften zahlreiche Diebstähle in ganz Österreich gehen.

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