So, 17. Dezember 2017

Verzweiflungstat

19.05.2016 10:44

Mordversuch mit Rattengift in der Steiermark

Wegen Überforderung und tiefer Verzweiflung dürfte eine 67 Jahre alte Südsteirerin in den vergangenen drei Monaten versucht haben, ihren demenzkranken Ehemann zu ermorden - und zwar mit Rattengift, das sie ihm tagsüber in seinen Kaffee rührte. Einer Ärztin ist es zu verdanken, dass der 77-Jährige überlebt hat.

Vier Mal war der Pensionist seit 9. März diesen Jahres im Spital. Jedes Mal wegen Blutungen. Eine Ärztin im LKH Wagna irritierte aber, dass der Mann keine blutverdünnenden Medikamente nahm, die seine Werte erklärt hätten. Also schaltete die aufmerksame Medizinerin in der Vorwoche die Polizei ein und rettete dem Steirer damit vermutlich das Leben. Denn eine Blutuntersuchung ergab: Der 77-Jährigen ist vergiftet worden!

Rattengift in der Speisekammer
Die Mordgruppe des Landeskriminalamtes übernahm die Ermittlungen. Die Ehefrau des schwer demenzkranken Mannes war aber nicht sofort verdächtig, da sie ihren Gatten jedes Mal ins Spital gebracht hatte. Doch mit der Zeit begann ihr Lügengerüst zusammenzubrechen. Bei einer freiwilligen Nachschau im Haus des Paares, das 47 Jahre verheiratet ist, fand die Polizei das Rattengift. Es lag in der Speisekammer. Über zwölf Gramm - vermutlich die verabreichte Dosis - fehlten.

Die 67-Jährige gestand, das Gift in den Kaffee des Opfers gerührt zu haben. Sie sei überfordert und sehr verzweifelt gewesen. Am Donnerstag kommt die Südsteirerin in U-Haft, wo sie psychiatrisch untersucht werden soll.

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