Do, 23. November 2017

Schlag gegen Szene

18.04.2016 22:37

Bande dealte mit 10 Kilo Cannabis und Pillen

Schlag gegen die Drogenszene im Tennengau: Die Polizei überführte vier jugendliche Halleiner, die insgesamt 10 Kilo Cannabis, 36 LSD-Trips und 300 gefälschte Speed-Pillen in Umlauf brachten. Das Quartett bezog seine Ware von drei Afghanen aus München, die auch Verbindungen zur Drogenszene im Lehener Park haben.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres erkannten Suchtgiftermittler, dass in Hallein wieder eine größere Menge Drogen im Umlauf ist. Und die Dealer waren rasch gefunden: Es handelt sich um vier amtsbekannte Einheimische, einen 16-Jährigen, einen 17-Jährigen und zwei 18-Jährige. Das Quartett ist bereits durch Sachbeschädigungen, Einbrüche und Körperverletzung mehrmals aufgefallen. Danach dürften sich die vier auf Drogen spezialisiert haben. Einer der 18-Jährigen, ein Kochlehrling, nahm Kontakt zu drei in München lebenden Afghanen und einem Kosovaren auf. Diese lieferten das Cannabis - in den vergangenen Monaten insgesamt 10 Kilo. Der Lehrling teilte das getrocknete Kraut zwischen sich und seinen drei arbeitslosen Freunden auf. Sie verkauften das Cannabis um insgesamt 100.000 Euro an 13 Schüler und Lehrlinge, drei Asylwerber und 19 Arbeitslose im Alter zwischen 15 und 21 Jahren weiter. Die vier besorgten sich jeder für sich persönlich auch noch aus anderen Quellen Marihuana und dealten damit.

Kapselmaschine und Koffeinpulver gefunden
Das war ihnen aber alles noch nicht genug: Das Quartett kaufte sich schließlich im Internet eine Maschine und hunderte leere Kapseln. "Mit diesem Gerät konnten sie jedes Pulver in die Kapseln drücken", schildert Polizeisprecherin Eva Wenzl. Um zumindest einen leichten "Kick" zu erzeugen und nicht gleich aufzufallen, entschieden sich die vier für ein Koffeinpulver. Und so konnten sie auch noch 300 "Speed"-Pillen um 6000 Euro sowie 36 LSD-Trips um 200 € an den Mann bringen. "Die Abnehmer haben nichs gemerkt. Offenbar hat der Koffein-Kick schon gereicht", so Wenzl. Nach langen Ermittlungen wurden die vier schließlich vorübergehend festgenommen. "Die Kapselmaschine und Koffeinpulver konnten sichergestellt werden", so Wenzl. Insgesamt mussten 120 Personen überprüft werden. 90 wurden schließlich angezeigt. Die ermittelnden Beamten konnten auch einen Einbruch in das Jugendzentrum in Hallein klären. Drei der Haupttäter waren dort gemeinsam mit zwei Abnehmern eingestiegen und hatten einen Fernseher, eine Playstation und eine Stereoanlage erbeutet. Auch die vier Drogen-Lieferanten wurden angezeigt. Im Zuge der Ermittlungen flog auf, dass einer der in München lebenden Afghanen offenbar auch sehr gute Kontakte zur Drogenszene im Lehener Park haben dürfte.

Afghanen versteckten Drogen im Park
Dort war im vergangenen November eine Gruppe minderjähriger Afghanen aufgeflogen, die seit Herbst 2014 einen regen Handel mit Marihuana betrieb. Die Dealer hatten im Park Drogen-Bunker angelegt. Sie versteckten bis zu 100 Gramm Cannabis in schwarzen Hundekot-Sackerln und platzierten sie in der Nähe des Kinderspielplatzes, in Mülltonnen, Sträuchern und auf Bäumen. Pro Tag wurden bis zu 500 Gramm verkauft. Wie die Untersuchungen der Polizei an den noch sichergestellten Drogen ergaben, war das Cannabis von höchster Qualität und hatte einen hohen THC-Gehalt. 100 Konsumenten wurden angezeigt, der Park heller gestaltet. Denn die Angst, abends durch zu gehen, war bei der Bevölkerung groß. Kein Wunder, ist es dort im Herbst auch zu einem Mord gekommen. Ein Afghane erstach einen Türken, der die Schulden seines Sohnes begleichen wollte.

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