Mo, 11. Dezember 2017

Hartes Vorgehen

21.03.2016 16:35

Land klagt jetzt "HCB-Opfer"

Nächste Eskalation im HCB-Skandal. Nachdem das Umweltgift bei Bürgern und in der Landwirtschaft Millionenschäden angerichtet hat, geht das Land nun gegen eine leidtragende Familie vor: Die Görtschitztaler wurden wegen Verdachts des Förderbetruges angezeigt. Es gehe um unrichtige Angaben in einem Ansuchen, sagt der Landesamtsdirektor. Die Familie ist fassungslos.

Als Folge der massiven Umweltverschmutzung im Tal ermittelt die Justiz nicht nur gegen Verursacher, sondern jetzt auch gegen Leidtragende im HCB-Skandal. Ausgerechnet eine Familie, die sich stark für die Aufklärung der Causa einsetzt und sich damit nicht bei allen beliebt gemacht hat, wurde angezeigt. "Ein absoluter Witz", wie der Anwalt der Direktvermarkter, Wolfgang List befindet. Denn die Landwirte hatten wegen des Giftstoffes ihre gesamten Erzeugnisse sowie Dutzende Schafe und Kälber entsorgen müssen, Einnahmen waren ausgeblieben.

Der Schaden wird mit 60.361 Euro beziffert. Als Soforthilfe bekam Familie P. aber lediglich 5971 Euro vom mutmaßlichen Verursacher, der Zementfirma. "Wir haben den Erhalt der Zahlung dem Land schriftlich mitgeteilt", so die 43-jährige Ebersteinerin. Direkt im Ansuchen auf Mittel aus dem HCB-Fonds habe der Vermerk aber gefehlt. "Es steht im Raum, dass wissentlich unrichtige Angaben gemacht wurden", sagt Kärntens Landesamtsdirektor Dieter Platzer.

Anzeige gegen Aufdecker

Neben Sorgen und Ängsten um HCB im Blut und die wirtschaftliche Existenz hat die Familie nun ein Verfahren am Hals. Dass die Anzeige ausgerechnet die Chefin einer Bürgerinitiative zur Aufklärung des HCB-Skandals trifft, dürfte wohl Zufall sein. Wie auch die weiteren zweifelhaften Anzeigen gegen die Kritikerin - etwa wegen des "vorsätzlichen Verfütterns von HCB-Futter".

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