Sa, 16. Dezember 2017

IMAS-Umfrage zeigt:

29.12.2015 06:00

"Schwarzblau" kommt überwiegend gut an

"Also da hat man sich mit ,Schwarzblau‘ nicht den großen Volkszorn zugezogen", bringt IMAS-Chefforscher Paul Eiselsberg einen spannenden Teil der aktuellen "Krone"-Umfrage auf den Punkt. Denn die neue Regierungszusammenarbeit von ÖVP und FPÖ kommt bei den Oberösterreichern im Verhältnis 53:31 überwiegend positiv an. Nur bei den Grün-Wählern ist die Ablehnung größer.

"Schwarzblau" ist neu in Oberösterreich, vorher gab’s 12 Jahre lang "Schwarzgrün". Trotzdem wissen erst 75 Prozent der Oberösterreicher von diesem Arbeitsübereinkommen von FPÖ und ÖVP und immerhin 22 Prozent haben bisher noch nicht davon gehört oder gelesen (was sich bei vielen mit diesem Bericht heute, Dienstag, ändert). Wer sich für den Inhalt des Arbeitsübereinkommens interessiert, kann es sich auf der Internetseite der ÖVP (www.ooevp.at) bequem als pdf herunterladen.


Wenn man die Befragten wie üblich nach diversen Gruppen einteilt, so zeigt sich hinsichtlich der Unkenntnis über Schwarzblau, dass diese bei Frauen (25 Prozent), 16- bis 34-Jährigen (26 Prozent), Arbeitern (31 Prozent), Landbewohnern (24 Prozent) und - interessanterweise - FPÖ-Wählern (29 Prozent) am stärksten ausgeprägt ist."Schwarzblau" ist kein "Schreckgespenst". Bei den Menschen, die von "Schwarzblau" wissen, ist diese Zusammenarbeit kein ausgeprägtes "Schreckgespenst", egal, ob man’s Koalition oder bloß Arbeitsübereinkommen nennt: 11 Prozent sehen sie sehr positiv und 42 Prozent eher positiv, was eine Mehrheit an Zustimmung zu diesem in Oberösterreich neuen Modell von 53 Prozent ergibt. Auf der anderen Seite urteilen 24 Prozent mit eher negativ, sieben Prozent halten "Schwarzblau" für sehr negativ. Ergibt 31 Prozent tendenzielle Ablehnung. Der Rest auf 100 Prozent (17 Prozent) kann oder will dazu nichts sagen. Das Zwischen-Fazit von IMAS-Chefforscher Paul Eiselsberg lautet: "Also, dass diese Zusammenarbeit verteufelt würde, ist nicht zu erkennen."


Interessant ist der Blick auf die an "Schwarzblau" beteiligten Wählerlager und die daran nicht teilhabenden: Bei den ÖVP-Wählern steht es in Prozenten eindeutige 67:19 pro "Schwarzblau" und bei den FPÖ-Wählern ist die Zustimmung mit 78:14 noch größer. Die SPÖ-Wählerschaft zeigt sich in dieser Frage gespalten: 41 Prozent sehen "Schwarzblau" tendenziell positiv, 43 Prozent negativ. Vielleicht liegt es daran, dass es im Burgenland ja eine "rotblaue" Koalitionsvariante gibt, die mancher gerne auch in Oberösterreich hätte?

Unabhängig davon, was ÖVP und FPÖ in ihr Regierungsprogramm geschrieben haben, haben die Oberösterreicher ihren eigenen Auftrag an die Landesregierung (in der neben 4 ÖVP- und 3 FPÖ-Politikern ja auch noch ein Grüner und ein Roter sitzen). IMAS erhebt regelmäßig die landespolitischen Prioritäten der Menschen. An der Spitze steht mit 78 Prozent "sehr wichtig"-Nennungen die Sicherung von Arbeitsplätzen, Platz 2 nimmt mit 72 Prozent der Schutz der Wasserreserven ein und erst auf Platz 3 kommt mit 65 Prozent die Lösung der aktuellen Flüchtlingsproblematik.


Weitere Themen folgen: Versorgung von Alten und Pflegebedürftigen (64 Prozent), Umweltschutz und Schutz der natürlichen Ressourcen (63 Prozent), Kampf gegen Korruption und Verbesserung der öffentlichen Moral (61 Prozent), Kampf gegen Kriminalität und Drogenkonsum (60 Prozent), Kampf gegen grenznahe Atomkraftwerke (60%) sowie Förderung der Familien (zu 59 Prozent sehr wichtig).

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