Mo, 28. Mai 2018

Zwei Faktoren

26.11.2015 12:40

Flüchtlingsstrom nach Europa derzeit fast versiegt

Teils schlechtes Wetter in der Ägäis und am Balkan haben den Flüchtlingsstrom nach Europa in den vergangenen Tagen fast versiegen lassen. Seit Sonntag zählte die Internationale Organisation für Migration (IOM) auf den griechischen Inseln nur etwa 150 neue Migranten pro Tag - zuvor waren noch rund 3000 täglich von der Türkei aus gekommen. Auch die Balkanländer Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien vermeldeten am Donnerstag einen starken Rückgang an Migranten. Hier wirkt sich zudem die harte Haltung dieser Staaten gegenüber Wirtschaftsflüchtlingen auf die aktuelle Situation aus.

Bezüglich Griechenland nannte die IOM widrige Witterungsverhältnisse in der Region als Hauptgrund für den abrupten Rückgang an Schutzsuchenden. Weiters hieß es: "Die Abnahme ist signifikant, zumal seit Anfang November Schätzungen zufolge rund 100.000 Flüchtlinge nach Griechenland übergesetzt haben, also durchschnittlich etwa 4500 Menschen pro Tag, rund 3000 davon auf die Ägäisinseln." Seit zehn Tagen seien zudem keine Todesfälle durch Ertrinken mehr verzeichnet geworden.

Auch in Mazedonien ging die Zahl der Neuankömmlinge in den vergangenen Tagen infolge des schlechten Wetters stark zurück. So waren am Mittwoch in Gevgelija an der Grenze zu Griechenland nur 540 Flüchtlinge eingetroffen, meldeten Medien. Das Auffanglager auf der griechischen Seite der Grenze ist nach Angaben der IOM hingegen überfüllt. Dort warteten demnach etwa 2000 Menschen, die von Mazedonien als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet und nicht ins Land gelassen wurden, auf die Weiterreise.

Kein Weiterkommen für Wirtschaftsflüchtlinge
Mazedonien lässt seit einer Woche ebenso wie Serbien und Kroatien nur noch Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan einreisen. Alle anderen Neuankömmlinge sehen die Regierungen in Skopje, Belgrad und Zagreb als Wirtschaftsmigranten an und verweigern ihnen deshalb pauschal den Grenzübertritt.

Ausgelöst hatte den Schritt Slowenien, das eine Gruppe von 160 Marokkanern nach Kroatien zurückschieben wollte. In Laibach betonte man zwar, es handle sich um einen "Einzelfall", die "Aufnahmepolitik auch gegenüber den Wirtschaftsmigranten" habe sich nicht verändert. Die Nachbarstaaten schenkten dem jedoch keinen Glauben, sahen die slowenische Aktion als Alarmsignal und schlossen ihre Grenzen für Wirtschaftsflüchtlinge.

Neben Griechenland und Mazedonien meldeten am Donnerstag schließlich auch Kroatien und Slowenien einen signifikanten Rückgang an Flüchtlingen. Kroatien zählte am Mittwoch nur noch rund 1800 Neuankünfte aus Serbien. Donnerstagfrüh stand das einzige kroatische Aufnahmezentrum in Slavonski Brod leer - lediglich fünf Personen hätten sich dort aufgehalten, hieß es aus dem Innenministerium. Slowenien meldete, am Mittwoch seien etwa 2000 Flüchtlinge aus Kroatien angekommen, am Tag zuvor waren es noch dreimal so viele gewesen. Donnerstagfrüh seien die Flüchtlingslager fast leer gewesen.

Leere Sammelstellen auch in der Steiermark
Dies wirkte sich auch auf die Situation im steirischen Spielfeld aus, die sich Donnerstagfrüh selten ruhig darstellte: Dort warteten überhaupt keine Flüchtlinge auf die Weiterreise. Gegen Mitternacht waren laut Polizei die letzten Ankömmlinge vom Mittwoch in Notquartiere gebracht worden. Von da an blieb die Versorgungsstelle leer. Auch am Grenzübergang Bad Radkersburg befanden sich Donnerstagfrüh keine Flüchtlinge. Am Nachmittag werden im slowenischen Sentilj allerdings wieder Migranten erwartet, erklärte die steirische Polizei.

Aus dem Video-Archiv: Zäune laut Faymann "der letzte Ausweg"

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