Sa, 16. Dezember 2017

Seltenes Spektakel

28.09.2015 06:16

Blutiger "Supermond" zeigte sich am Himmel

Nach mehr als sieben Jahren hat es am frühen Montagmorgen in Österreich wieder eine sichtbare totale Mondfinsternis zu bewundern gegeben. Das astronomische Ereignis fand nicht nur zum sogenannten Erntevollmond statt, die Erde beschattete auch einen "Supervollmond". Dieser Superlativ wird immer dann vergeben, wenn der Trabant in Erdnähe steht. Wer verschlafen hat, muss nun lange warten: Die nächste Chance kommt erst 2033 wieder.

Die Finsternis begann - zu Beginn mit freiem Auge nicht wahrnehmbar - am Montag in den frühen Morgenstunden, um 2.10 Uhr, als der Mond in den Halbschatten der Erde eintrat. Erst um 3.07 begann der Kernschatten der Erde, kontinuierlich die Mondscheibe abzudecken, der Mond stand zu diesem Zeitpunkt im Südwesten. Zwischen 4.11 und 5.24 Uhr war der Erdtrabant dann total verfinstert. Weil ein Teil des Sonnenlichts - vor allem langwellige rote Anteile - von der Erdatmosphäre gebrochen wird und so auf die Mondoberfläche trifft, entsteht eine rötliche Färbung des Erdtrabanten, der sogenannte "Blutmond". Ab 6.27 Uhr war dann kein Erdschatten mehr am Mond zu erkennen.

Erde steht in Linie zwischen Sonne und Mond
Mondfinsternisse können sich prinzipiell nur bei Vollmond ereignen, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond steht. Nur bei dieser Konstellation kann der Mond in den Schatten der Erde gelangen, was man als Mondfinsternis wahrnimmt. Sonnenfinsternisse ereignen sich dagegen stets bei Neumond.

In diesem Jahr hatte der Erdtrabant beim Vollmond im September seine geringste Entfernung zur Erde. Die Bahn des Mondes um die Erde hat die Form einer Ellipse und die Entfernung Erde-Mond schwankt zwischen etwa 357.000 und 407.000 Kilometern. Im Schnitt fallen fast jedes Jahr (exakt: alle 13,6 Monate) Vollmond und Erdnähe zusammen.

Für ein solches Ereignis hat sich in den vergangenen Jahren der Begriff "Supervollmond" etabliert. Seitens der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) weist man aber darauf hin, dass dies kein astronomischer Begriff sei. Der Unterschied im scheinbaren Durchmesser des Mondes vom Minimum (Erdferne) bis Maximum (Erdnähe) beträgt nur etwa 14 Prozent, das entspricht der Größendifferenz Ein- und Zwei-Euro-Münze - und ist mit freiem Auge nur sehr schwer wahrnehmbar.

Erntevollmond erhellt den frühen Abend
Der Vollmond im September wird auch Erntevollmond genannt, weil das helle Licht der Mondscheibe früher dazu genutzt wurde, nach Sonnenuntergang noch die Ernte einbringen zu können. Hintergrund ist ein besonderes Phänomen: Der Vollmond geht ja immer kurz nach Sonnenuntergang auf. Im Jahresschnitt erfolgt der Mondaufgang dann Tag für Tag um etwa 50 Minuten später, nach zehn Tagen also schon acht Stunden später. Nur im Herbst verlagert sich der Mondaufgang rund um den Vollmond täglich nur um wenige Minuten, rund um den Vollmond erhellt die Mondscheibe deshalb die frühen Abendstunden.

Die nächste Mondfinsternis für Wien wird unspektakulär: eine partielle Halbschattenfinsternis am 16. September 2016. Am 7. August 2017 wird stellenweise eine partielle Mondfinsternis zu sehen sein. Die nächste totale Mondfinsternis ist am 27. Juli 2018 von Wien aus zu beobachten, allerdings nicht über den gesamten Verlauf.

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