Mi, 22. November 2017

Absurde Strafen

05.07.2015 19:00

Café-Besitzerin: „Behörde macht mir Leben schwer“

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die viele animieren könnte: Eine Frau eröffnet in Wien-Hietzing ein kleines Kaffeehaus mit vier Sitzplätzen, das so gut geht, dass es bald 25 Plätze sind. Das Geschäft läuft perfekt. Bald gibt es eine zweite Filiale für 120 Gäste. Wo der Haken an der Story ist? Die Behörden machen der Betreiberin das Leben zur Hölle.

Kirsten Pevny sollte glücklich sein. Mit ihrer "Pure Living Bakery" in der Altgasse in Hietzing hat sie den Nerv vieler junger Menschen getroffen. Das Geschäft ist voll, freie Sitzplätze rar, Kaffee und Double Chocolate Cake sind ein Traum. Doch Kirsten Pevny ist nicht glücklich, sie ist genervt - und das kann auch jeder an ihrer Auslage sehen, in der sie wütende Protest-Briefe ausgehängt hat. Ihr ganz persönlicher Pranger.

"Mir wurden von Anfang an nur Steine in den Weg gelegt und das Leben schwer gemacht", sagt sie. "Ich überlege ernsthaft, die Filiale in Hietzing zu schließen. Mir reicht es mit dem Behördenwahnsinn."

Behördenwahnsinn - das ist freilich ein hartes Wort. Aber Kirsten Pevny hat jeden Besuch von Marktamt und Co. dokumentiert. Hier ein paar Auszüge - für all diese Punkte wurde sie bestraft:

  • Es fehlte ein Mistkübeldeckel.
  • Ein Einwegpapierhandtuchhalter war angeblich nicht vorhanden. Der Einweghandtuchspender wurde nicht akzeptiert.
  • Ein rutschfester Bodenbelag mit Noppen wurde als unhygienisch erachtet. Jetzt hat sie wieder einen gefährlicheren ohne Noppen.
  • Das Handwaschbecken war nicht als Handwaschbecken gekennzeichnet.

Macht unterm Strich bisher Strafen in der Höhe von 1.769,58 Euro.

Das nächste Problem: Das Männerklo verliert die Sitzgelegenheit, weil es sich in einer externen Wohnung befindet, die Pevny wieder abgeben muss. Damit ist der Kaffee für Männer in Zukunft nur noch "to go".

Bereits im März hatte das Kaffeehaus bzw. seine Besitzerin für Wirbel gesorgt: Eine Frau mit Kinderwagen war des Lokals verwiesen worden. Die damalige Begründung: Die Chefin wünsche keine Kinderwägen im Kaffeehaus.

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