Mi, 23. Mai 2018

Erwachsene leiden

03.06.2015 06:00

Mobbing in der Kindheit führt oft zu Depressionen

Britische Wissenschaftler haben bestätigt, dass junge Mobbingopfer auch Jahre später noch unter den Erfahrungen leiden. In ihrer im "The BMJ Journal" veröffentlichten Studie kommen sie zu dem Ergebnis, dass jeder dritte junge Erwachsene in Großbritannien, der an Depressionen leidet, als Kind gemobbt wurde.

Für ihre These werteten die Forscher ein groß angelegtes Projekt der westenglischen Stadt Bristol aus, für das 14.500 Einwohner seit den 1990er-Jahren zu ihrer Gesundheit befragt wurden. Unter anderem wurden dabei 4.000 Jugendliche im Alter von 13 Jahren und dann noch einmal im Alter von 18 Jahren befragt - diesmal ging es um Hinweise auf Depressionen.

Von 683 der Befragten, die im Alter von 13 Jahren angegeben hatten, mindestens einmal wöchentlich Schikanen ausgesetzt zu sein, hatten fast 15 Prozent mit 18 Jahren Depressionen. Dieser Anteil war dreimal so hoch wie bei den anderen 18-Jährigen, die als Kinder keine Mobbingerfahrungen machen mussten. Als Mobbingopfer galten Kinder, die von Gleichaltrigen ausgeschlossen, verleumdet, bestohlen, bedroht, erpresst oder gar geschlagen wurden.

Über 30 Prozent der Mobbingopfer später depressiv
Wenn andere Faktoren hinzukamen - etwa Verhaltensstörungen oder Schwierigkeiten in der Familie -, war der Zusammenhang zwischen Schikanen und Depressionen weniger ausgeprägt. Die Rate der jungen Mobbingopfer, die später depressiv wurden, war aber immer noch zweimal höher als bei den übrigen Befragten.

Den Berechnungen der Wissenschaftler zufolge könnten mehr als 30 Prozent der in der Studie diagnostizierten Depressionen von Schikanen während der Kindheit herrühren. Als Konsequenz empfehlen die Forscher rechtzeitige Interventionen bei Kindern und Jugendlichen. "Dies könnte helfen, die Last von Depressionen im späteren Leben zu reduzieren", heißt es in der Studie.

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