Sa, 25. November 2017

Klimawandel-Folge

13.03.2015 08:31

Mehr längere Hitzewellen durch weniger Stürme

Der Klimawandel senkt die sommerliche Sturmaktivität auf der Nordhalbkugel der Erde und erhöht dadurch auch die Wahrscheinlichkeit anhaltender Hitzewellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie eines Wissenschaftlerteams des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in Potsdam.

Demnach wirken sich die temperaturbedingten Klimaveränderungen auf die großflächige Luftzirkulation aus und schwächen sie ab. Die daraus folgende geringere Sturmaktivität führt nach Angaben der Experten, die ihre Erkenntnisse nun in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten, zu insgesamt stabileren Wetterlagen. Weil Stürme im Sommer oft kühle und feuchte Luft von den Ozeanen über die Kontinente transportieren und damit Warmphasen beenden, bedeutet dies demnach ein steigendes Risiko längerer Hitzewellen.

Hitzeextreme werden vermutlich zunehmen
"Ein ungebremster Klimawandel könnte die sommerlichen Luftströme weiter abschwächen, was dann das Risiko von Hitzewellen erhöht", erklärte Co-Autor Jascha Lehmann vom PIK. Die Hitzeextreme der vergangenen Jahre könnten erst der Anfang sein. Eine davon traf 2010 Russland, wo es zu Missernten kam und verheerende Waldbrände wüteten.

Die Forscher werteten für die Studie Daten von Wettersatelliten und -beobachtungsstationen aus. Ihren Angaben zufolge war es das erste Mal, dass sich Wissenschaftler mit den Sommerstürmen befassten. Bisher standen vor allem die stärkeren Winterstürme im Fokus.

Die Ursache für das Phänomen vermuten die PIK-Experten in den unterschiedlichen regionalen Auswirkungen des Klimawandels auf die Nordhalbkugel. Die Polargegend erwärmt sich doppelt so schnell wie andere, weil sie bedingt durch das Schmelzen des Meereises mehr Wärme aufnimmt.

Klimawandel schwächt Luftströmungen ab
Das wiederum reduziert der Theorie der Experten zufolge die Temperaturdifferenz zwischen der Arktis und dem wärmeren Rest der nördlichen Halbkugel, was den für das Wettergeschehen zentralen Jetstream beeinflussen könnte. Das sind Luftströmungen von globalen Dimensionen, die durch Temperaturunterschiede angetrieben werden.

"Die Hitze-Extreme nehmen nicht einfach nur deshalb zu, weil wir den Planeten erwärmen, sondern weil der Klimawandel zusätzlich Luftströme stört, die wichtig sind für die Entstehung unseres Wetters", erklärte Studien-Leitautor Dim Coumou.

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