So, 17. Dezember 2017

Ukraine-Krise

13.02.2015 21:47

USA: Russen liefern weiter Waffen an Separatisten

Kurz vor Beginn einer angekündigten Waffenruhe in der Ostukraine haben die USA Russland vorgeworfen, weiter schwere Waffen in die Ostukraine zu verlegen. Das russische Militär habe trotz des vereinbarten Friedensplans "eine große Menge an Artillerie und mehrere Raketensysteme" in die von den prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete gebracht, sagte die US-Außenamtssprecherin Jen Psaki am Freitag.

Russische Einheiten an der Grenze würden laut Washington außerdem Nachschublieferungen für die Separatisten vorbereiten. Dies sei "eindeutig nicht im Sinn" der Vereinbarung von Minsk. Die Vereinigten Staaten seien "sehr besorgt" über die anhaltenden Kämpfe in der Region, sagte Psaki weiter. Die Regierung in Kiew hatte bereits am Donnerstag vermeldet, dass während des nächtlichen Verhandlungsmarathons vor der nunmehrigen Einigung auf einen Friedensplan rund 50 russische Panzer die Grenze zur Ukraine überquert haben sollen.

Heftige Kämpfe trotz Friedensplan
Nach Angaben der ukrainischen Armee und der Separatisten wurden binnen 24 Stunden mindestens 27 Zivilisten und Soldaten getötet. Am heftigsten waren die Gefechte um den wichtigen Bahnknotenpunkt Debalzewe. Die prorussischen Rebellen wollten noch vor der Waffenruhe über Debalzewe sowie über der Hafenstadt Mariupol "ihre Flagge hissen", sagte der stellvertretende ukrainische Verteidigungsminister Petro Meched. "Die Ukraine erwartet eine Eskalation und ergreift alle notwendigen Schritte, um darauf reagieren zu können", betonte er.

Die Kiewer Regierung und die prorussischen Rebellen hatten sich am Donnerstag nach einem Verhandlungsmarathon auf ein "Maßnahmenpaket" zur Umsetzung der Minsker Verträge von Anfang September verständigt. Die Waffenruhe tritt am Sonntag 0 Uhr (Samstag 23 Uhr MEZ) in Kraft. Zudem wurden der Abzug schwerer Waffen und die Einrichtung einer Pufferzone vereinbart. Seit Beginn der Kämpfe im Osten der Ukraine im vergangenen Frühjahr wurden fast 5.500 Menschen getötet und 13.000 weitere verletzt.

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