Do, 23. November 2017

Zeitungsbericht

02.02.2015 12:31

USA wollen nun doch Waffen an Kiew liefern

Die Krise zwischen Washington und Moskau droht weiter zu eskalieren: So könnten die USA die Ukraine möglicherweise nun doch mit Waffenlieferungen unterstützen. US-Außenminister John Kerry und US-Generalstabschef Martin Dempsey seien bereit, darüber zu sprechen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsvertreter. Die Rede ist von Schutzwaffen, Spähdrohnen und Panzerabwehrraketen im Wert von mehreren Milliarden Dollar für die ukrainischen Truppen.

Auch die Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama, Susan Rice, erwäge, ihren Widerstand gegen die Bereitstellung von Waffen aufzugeben, hieß es in dem Zeitungsbericht. Noch am Montag soll demnach ein unabhängiger Bericht der Regierung in Washington empfehlen, der Ukraine Waffen im Wert von drei Milliarden Dollar (2,65 Milliarden Dollar) zur Verfügung zu stellen.

Erst in der Vorwoche waren Pläne bekannt geworden, wonach die US-Streitkräfte in Europa im Frühjahr erstmals US-Soldaten in den Westen der Ukraine verlegen werden - um dort ukrainische Truppen zu trainieren. Die durchaus brisante Ankündigung begründete der Befehlshaber der US-Armee in Europa, Generalleutnant Ben Hodges, mit "zahlreichen Anzeichen für eine russische Beteiligung" am Krieg im Osten der Ukraine.

Berlin warnt vor US-Waffenlieferungen
Die deutsche Regierungskoalition zeigte sich angesichts der Berichte über mögliche US-Waffenlieferungen an die Ukraine im Kampf gegen prorussische Separatisten jedenfalls alarmiert. Das wäre "ein gefährlicher Schritt, der schnell eine weitere Eskalation nach sich ziehen könnte", sagte Niels Annen, der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, am Montag.

Der Konflikt sei militärisch nicht zu lösen. Die ukrainische Führung habe dies mit ihrer gescheiterten Offensive bereits einmal schmerzvoll erfahren müssen. "Der Verhandlungsweg ist mühsam, aber richtig", sagte Annen der Nachrichtenagentur Reuters. "Daran sollten wir gemeinsam mit den USA festhalten."

Immer mehr Russen fürchten Eskalation des Konflikts
Der Westen wirft der Regierung in Moskau vor, die Rebellen zu unterstützen. Russland weist dies zurück. Wegen der Krise in der Ukraine hat die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Moskau verlängert. In Russland befürchten einer aktuellen Umfrage zufolge immer mehr Menschen eine weitere Eskalation des Konflikts.

Die Zahl derer, die einen offenen Krieg zwischen Russland und der Ukraine für "ziemlich wahrscheinlich" halten, sei innerhalb von drei Monaten von 17 auf 26 Prozent gestiegen, teilte das staatliche Meinungsforschungsinstitut Wziom mit. Zehn Prozent der etwa 1.600 Befragten sagten gar, in ihren Augen sei ein solcher Bruderkrieg bereits im Gange.

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