Fr, 24. November 2017

Separatistenführer:

11.12.2014 16:52

„Flaggen-Übergabe war mit Netrebko abgesprochen“

Am Dienstag hat Anna Netrebko noch erklärt, ihr sei die Bedeutung der Neurussland-Flagge, die sie am Montag in St. Petersburg mit dem prorussischen Separatistenführer Oleg Zarjow in die Kamera gehalten hatte, nicht bekannt gewesen. Nun folgte das Dementi Zarjows: Die Überreichung der Flagge an die österreichisch-russische Operndiva sei abgesprochen gewesen, sagte er am Donnerstag.

Die detaillierte Ablauf der Veranstaltung sei in den letzten zwei Wochen akkordiert worden, erklärte Zarjow, der als Sprecher eines selbst ausgerufenen "Parlaments von Neurussland" auftritt, dem russischen Radiosender Russkaja Sluschba Nowostej: "Wir hatten abgesprochen, dass wir Flaggen austauschen: Mir wird eine Roerich-Flagge übergeben, ich überreiche eine Neurussland-Flagge und bekomme die Spende."

Der russische Maler und esoterisch veranlagte Philosoph Nicholaus Roerich (1874-1947) hatte sich vehement für den Schutz des kulturellen Erbes in Kriegszeiten eingesetzt. Seine Anhänger verwenden eine Flagge mit drei Punkten.

Fotos stammen von Netrebkos Presseleuten
Oleg Zarjow erklärte zudem, dass die Fotografien der Veranstaltung von Netrebkos Presseleuten stammen. Sein eigener Pressedienst sei bei der Überreichung nicht anwesend gewesen. Gleichzeitig brachte der Separatistenführer auch seine Unterstützung für die Sängerin zum Ausdruck: Sie müsse sich nicht rechtfertigen, sagte er zum Radiosender: "Den Menschen ist jene Hetzjagd, die gegen sie organisiert wurde, nicht gleichgültig."

Netrebko hatte Zarjow am Wochenende in St. Petersburg eine Spende in Höhe von 15.000 Euro für das Opernhaus von Donezk im umkämpften Osten der Ukraine übergeben und mit ihm vor einer Neurussland-Fahne posiert, die ein heute umstrittenes historisches Gebiet symbolisiert, das den Osten und Südosten der Ukraine umfasst. Es folgte ein Sturm der Entrüstung in sozialen Netzwerken, Kritik kam auch vom österreichischen Außenministerium. Am Mittwoch erklärte die 43-Jährige schließlich, die Präsenz der Flagge Neurusslands "ist nicht geplant gewesen und hat mich überrascht".

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