Di, 17. Oktober 2017

Verseuchte Milch

28.11.2014 18:48

Werksleiter wusste von HCB-Belastung im Kalk

In der Causa um verseuchte Milch im Kärntner Görschitztal hat der Leiter des Zementwerks Wietersdorfer, Berndt Schaflechner, am Freitagabend zugegeben, von der Belastung mit Hexachlorbenzol (HCB), des in seinem Werk verarbeiteten Blaukalks, gewusst zu haben. Emissionen des Werks sind mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine grenzwertüberschreitende Belastung von Milch mit dem Umweltgift verantwortlich.

Schaflechner hatte am Donnerstag auf die Frage, wie das HCB aus dem Kalk in die Umwelt geraten konnte, geantwortet: "Dass HCB eine Belastung im Blaukalk ist, war weder uns noch den Behörden bekannt."

Nun gab er schriftlich an, lediglich von den HCB-Emissionen durch sein Werk nichts gewusst zu haben. "Wir hatten keine Vorschreibung, das HCB zu messen", sagte er am Freitag. "Im Bescheid ist HCB nicht erwähnt." Der erwähnte Bescheid genehmigte die Verarbeitung des aus einer Deponie eines Werks der Donauchemie stammenden Blaukalks.

Blaukalk an "nicht optimaler Stelle eingebracht"
Erst im Zuge der nun durchgeführten Untersuchungen habe sich herausgestellt, "dass Blaukalk an einer für HCB-Emissionen hinsichtlich Temperatur nicht optimalen Stelle eingebracht wurde", so Schaflechner. Fragen zum Inhalt und zu Vorschriften der dem Bescheid zugehörigen Projektbeschreibung beantwortete der Werksleiter nicht.

Auch die Frage, ob er gewusst habe, dass der belastete Blaukalk mit mindestens 800 Grad verbrannt werden muss, um HCB-Emissionen zu vermeiden, beantwortete Schaflechner nicht.

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