Di, 21. November 2017

10 Jahre im Einsatz

27.11.2014 12:07

E-Card: Bereits über 1 Milliarde Patientenkontakte

Mit einer Jubiläumsgala feiert der Hauptverband der Sozialversicherungsträger Donnerstagabend den zehnten Jahrestag der Einführung der E-Card. Erstmals im Einsatz war der Krankenschein-Ersatz am 15. Dezember 2004 in einer Arztpraxis im Burgenland, seither gab es mehr als eine Milliarde Patientenkontakte. In Zukunft soll die E-Card auch als Schlüssel zur Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) fungieren.

Bis der Echtbetrieb startete und die Karten an alle Versicherten verteilt waren, dauerte es damals einige Monate. Erst Ende Mai 2005 begann der Hauptverband mit dem österreichweiten Versand der Karten an rund acht Millionen Versicherte sowie mit der Installation der Lesegeräte bei rund 12.000 Vertragsärzten. Dem vorangegangen war ein mehrmonatiger Probebetrieb im Nordburgenland.

Start erst nach einigen Verzögerungen
Erste Überlegungen für ein elektronisches Krankenscheinsystem hatte es schon viel früher gegeben. Bereits im Jänner 1993 startete ein konkreter Feldversuch. Ein Nationalratsbeschluss folgte 1996, im Jahr 2000 wollte man das System flächendeckend einsetzen. Was folgte waren Verzögerungen. Es gab Turbulenzen mit der Auftragsvergabe, die Kosten stiegen und dem deutsch-amerikanischen Konsortium EDS/ORGA wurde das Projekt entzogen. Software und Kartensystem wurden schließlich gesondert in Auftrag gegeben, den Zuschlag erhielten Siemens Österreich, IBM und Telekom Austria bzw. die deutsche Firma Giesecke & Devrient. Auch die Ärzte protestierten gegen die Einführung, erst im Oktober 2004 einigte man sich schließlich auf einen Gesamtvertrag zur E-Card-Einführung.

Ende 2005 war die E-Card schließlich flächendeckend etabliert, auch das Arzneimittel-Bewilligungs-Service als Ersatz für das Anstellen beim Krankenkassen-Chefarzt wurde eingeführt. Die E-Card konnte auch als Bürgerkarte fungieren, und am 15. September 2006 waren schon 100 Millionen Patientenkontakte abgewickelt. Bis heute sind keine Gesundheitsdaten auf der Karte gespeichert.

Ab 2007 arbeitete das erste Krankenhaus mit der E-Card, im selben Jahr startete der Probebetrieb für den "Arzneimittel-Sicherheitsgurt" als Vorläufer der E-Medikation. Seit 2009 werden auch Arbeitsunfähigkeitsmeldungen über das System abgewickelt, ab Ende dieses Jahres wurde die zweite Generation der Karte (mit Blindenschrift) verteilt.

2011 wurde der Pilotversuch für die E-Medikation über die E-Card abgewickelt, und seit Mai 2014 steht das Service PROP (Präoperative Befundung) bundesweit zur Verfügung. Im Oktober 2014 startete die nächste E-Card-Generation, 9,3 Millionen personalisierte Chipkarten werden von der Firma Austria Card an die österreichischen Versicherten ausgeliefert.

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