Mo, 18. Dezember 2017

Düstere Prognose

21.11.2014 12:35

Pensionskosten im Jahr 2060 betragen 31 Mrd. Euro

Die Ausgaben für die Pensionen werden in den kommenden Jahrzehnten kräftig nach oben schnellen. Das geht aus dem aktuellen Gutachten der Pensionskommission hervor. Die "gute" Nachricht: Der Anstieg der Kosten dürfte nicht ganz so hoch ausfallen wie bisher angenommen.

Das sogenannte Langfrist-Gutachten wirft einen Blick auf die Pensionsentwicklung bis zum Jahr 2060 auf Basis von Daten der Statistik Austria und der großen Wirtschaftsforschungsinstitute. Betrachtet man dabei den Bundesbeitrag kommt man 2014 auf eine Summe von 8,17 Milliarden Euro bzw. 2,5 Prozent des BIP. 2060 wird man laut Prognose schon 31,77 Milliarden erreichen bzw. 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die höchste Belastung wird zwischen 2047 und 2052 mit 5,3 Prozent des BIP erwartet.

Noch höher sind die Zahlen, wenn man die sogenannten Bundesmittel ansieht, wo auch noch beispielsweise Zuschüsse für Teilversicherte integriert sind. Da steigen die Aufwendungen von 2,9 Prozent des BIP auf sage uns schreibe 5,2 Prozent im Jahr 2060. Winziger Trost: dieser Wert hat sich im Vergleich zum letzten Gutachten aus dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte verbessert.

2060: Auf 1.000 Erwerbstätige kommen 856 Pensionisten
Dass es überhaupt zu einem so starken Anstieg der Kosten bis 2060 kommt, ist der höheren Lebenserwartung geschuldet. Diese steigt bei den Männern um rund 4,6 Jahre, bei Frauen um 4,1 Jahre. Es wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2060 auf 1.000 Erwerbstätige schon 856 Pensionisten kommen. Derzeit sind es 626.

Dies kann auch die erwartete höhere Erwerbsbeteiligung der Älteren, die für den Bereich 55 bis 64 Jahre von 44,2 auf knapp 66 Prozent steigen soll, nicht kompensieren. Eine noch größere Belastung durch die Pensionskosten soll ein positiver Wanderungssaldo (also mehr Zu- als Abwanderung) verhindern. In der Studie wird von einem durchschnittlichen Plus von knapp 28.000 Menschen ausgegangen.

Auch mittelfristig steigen die Aufwendungen
Neben dem Langfrist-Gutachten wurde noch ein zweites Gutachten erstellt, das sich nur mit der Entwicklung der kommenden fünf Jahre beschäftigt, das sogenannte Mittelfrist-Gutachten. Dieses zeigt, dass schon in nächster Zeit trotz der von Sozialminister Rudolf Hundstorfer eingeleiteten Maßnahmen wie Einschränkung der Hacklerregelung oder Umwandlung der Invaliditätspension in ein Reha-Geld die Aufwendungen gehörig wachsen. So steigen die Bundesmittel in Prozent des BIP von 3,1 Prozent im Jahr 2013 auf 3,5 bzw. 3,6 Prozent in den Jahren 2018 bzw. Gedeckt werden durch die Bundesmittel übrigens 2013 26 Prozent der Gesamtaufwendungen.

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