Mo, 21. Mai 2018

Tod im Dschihad

05.10.2014 10:34

"Glückwunsch, Ihr Sohn ist jetzt im Paradies"

"Herzlichen Glückwunsch, Ihr Sohn ist jetzt im Paradies!" Mit diesen Worten überbrachten einige Männer einer Mutter in Deutschland die Nachricht, dass ihr 18-jähriger Sohn im Dschihad getötet wurde. Ulf R. aus Hamburg war kurz nach seinem 18. Geburtstag zum Islam konvertiert und in den Nahen Osten gereist, um mit Gotteskriegern zu kämpfen - eine Reise in den Tod.

Ulf R. sei "ein schlanker blonder Junge, der als psychisch labil galt und aus schwierigen Verhältnissen stammte" gewesen, berichtet die "Hamburger Morgenpost". Seine Eltern leben getrennt, Ulf lebte bei seiner Mutter im Hamburger Stadtteil Altona. Im Sommer 2013 konvertierte er zum Islam und brach seine Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten, die er an der Anna-Warburg-Schule in Niendorf macht, drei Wochen vor der Prüfung ab.

Kurz darauf fuhr er mit seinem besten Freund, einem jungen Muslim, in die Türkei, "auf Urlaub", wie er sagte. Stattdessen dürften sich die Burschen in den Nahen Osten abgesetzt haben, um neben anderen radikalisierten Islamisten zu kämpfen. Der "Morgenpost" zufolge besuchte Ulf R. dort wohl ein Ausbildungscamp. Vor Weihnachten kehrte er noch einmal nach Hamburg zurück und verschwand dann wieder. Seiner Mutter richtete er aus, mit seinen Sachen könne sie machen, was sie wolle.

"Ihr Sohn ist jetzt im Paradies"
Vor ein paar Wochen läuteten plötzlich zwei Männer an der Haustür der Mutter. Mit den Worten "Herzlichen Glückwunsch, Ihr Sohn ist jetzt im Paradies", überbrachten sie ihr die Todesnachricht.

Wie auch viele andere junge Muslime ließ sich Ulf R. nach Syrien einschleusen, kämpfte für extremistische Milizen wie den sogenannten Islamischen Staat. Ob er allerdings direkt für den IS oder eine andere Gruppierung kämpfte, ist nicht bekannt. Auch die genauen Umstände seines Todes sind unklar.

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