Mo, 23. Oktober 2017

Mit Tempo 200 auf A2

02.10.2014 17:00

Polizei stoppt Boliden-Konvoi: Lenker ohne Schein

Im Temporausch sind die Lenker von fünf Luxusautos am Mittwoch über die Südautobahn bei Ilz in der Steiermark gerast. Als die Polizei die Raser endlich auf einen Parkplatz leiten und stoppten konnte, staunten die Beamten nicht schlecht: Einer der Lenker - ein prominenter Ferrari-Testfahrer und Teilnehmer des Gumball-Rennens - legte gleich zwei gefälschte Führerscheine vor.

Gegen 18 Uhr liefen bei der Autobahnpolizei die Telefone heiß. Viele Lenker beschwerten sich über "rücksichtslose Autofahrer", die sie in Richtung Süden "mit weit mehr als 200 km/h" überholt hätten. Die Verfolgung durch eine Zivilstreife mit "läppischen" 150 km/h scheiterte am außergewöhnlich PS-starken Raser-Konvoi: drei Ferraris, ein Lamborghini und ein Rolls Royce. Somit hatte die Polizei nur eine Chance - sie sperrte bei Ilz die Autobahn, leitete den Verkehr auf den Parkplatz um und stoppte so die Rallyepiloten.

Ferrari-Testfahrer zeigte zwei gefälschte Scheine her
Grotesk, was danach geschah: Der renommierte Ferrari-Testfahrer und Unternehmer Josh Cartu (35) - er hat die israelische und kanadische Staatsbürgerschaft und arbeitet derzeit in Ungarn - legte einen ukrainischen Führerschein vor, doch der war gefälscht. "Er hat uns danach einen russischen gezeigt, doch der war auch nicht echt", berichtet ein erhebender Beamter. Eine Bescheinigung, wonach die ukrainische Lizenz in Ordnung wäre, erwies sich als wertloser Fetzen Papier. Den kanadischen Führerschein hatte Cartu nicht bei sich, doch dieser wäre seinen Angaben zufolge ohnehin bereits abgelaufen.

Temposünder sind auch Teilnehmer der Gumball-Rallye
Der 35-Jährige musste daraufhin auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, sein Freund fuhr weiter. Alle Raser wurden angezeigt, die Lenker eines weiteren Ferraris und des Lamborghinis auch deshalb, weil sie als US-Staatsbürger keinen internationalen Führerschein besitzen. Die Temposünder - sie kamen aus München und wollten mit einem Freund feiern, der Vater geworden war - sind auch Teilnehmer der umstrittenen Gumball-Rallye. Heuer im Juni führte sie von Miami nach Ibiza. Das Startgeld betrug um die 30.000 Euro.

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