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02.04.2014 16:13

"Fußgänger-Kongress": 77.000 Euro für ein Dinner

Dieser Magistratsakt, der nun der "Krone" zugespielt worden ist, sorgt für etwas Kopfschütteln: Auf Steuerzahlers Kosten werden die Teilnehmer an Wiens erstem "Fußgänger-Kongress" mit einem Festessen um 77.000 Euro bewirtet. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou: "Wien verdient am Kongress über die Umwegrentabilität."

Die britischen Komiker Monty Python scherzten noch über das "Ministerium für verrückten Gang". Wiens Verkehrsressort geht die Sache natürlich etwas ernster an: In trockenem Amtsdeutsch wird im Akt MA 18 - 100/13/PR der "Kongress zur Fußverkehrsförderung" alias "Walk21" vorgestellt. So sollen bereits im nächsten Jahr "etwa 700 Teilnehmer" über "Impulse zur Stärkung des Fußverkehrsanteils" oder über die "Neuinterpretation des öffentlichen Raumes" referieren und debattieren.

Treffen kostet 1,2 Millionen Euro
Kostenpunkt des Treffens: 1,2 Millionen Euro. Und dieser Betrag ist in verschiedene "Leistungskategorien" aufgeschlüsselt. So sollen die Konferenzteilnehmer an ihrem Festabend um 77.000 Euro bewirtet werden - allein die "Location-Miete" kommt dabei auf 20.000 Euro.

Weitere Bestellungen: eine Band um 5.000 Euro, die Deko des Konferenzsaales um 6.000 Euro, Geschenke für die "Walk21"-Teilnehmer um insgesamt 20.000 Euro.

ÖVP wettert, Grüne kehren Nutzen hervor
"Das versteht Rot-Grün also unter Sparsamkeit", kritisiert ÖVP-Chef Manfred Juraczka die Planung dieser Veranstaltung. Andere Tagungen kämen auch mit einem wesentlich günstigeren Catering aus: "Dieser Kongress ist viel zu teuer."

Die grüne Verkehrsstadträtin Vassilakou kontert: "Der Kongresstourismus ist für die Stadt doch von großem wirtschaftlichen Nutzen. Dieser Event bringt eine Wertschöpfung von 1,1 Millionen Euro - und Wien ein noch besseres Image als lebenswerteste Stadt."

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