So, 27. Mai 2018

Streit mit Russland

10.12.2013 12:36

Kanada will Nordpol für sich beanspruchen

Kanada will den Nordpol für sich beanspruchen, wie Außenminister John Baird nun bekannt gegeben hat. Schon letzte Woche hatte das Land bei der UN-Kommission einen Antrag eingereicht, um einen größeren Teil des Atlantiks zu beanspruchen. Das Interesse am Gebiet ist aber auch bei anderen Ländern groß, schließlich bietet es Ressourcen und wichtige Schifffahrtsrouten. Russland hat bereits reagiert und eine erhöhte Militärpräsenz in der Arktis angeordnet.

Das Schmelzen des Eises im Atlantikgebiet hat die neuen Routen freigegeben und bisher unzugängliche Ressourcen eröffnet, vermutet werden Erdöl- und Erdgasvorkommen. Das Gebiet um den Nordpol selbst enthält allerdings vermutlich kaum Ressourcen - es ist vor allem von symbolischer Bedeutung. Noch wird es keinem Staat zugerechnet.

Neue Messungen vorgelegt
Um die Souveränität auf den Nordpol auszudehnen, muss Kanada beweisen, dass sich sein Festlandsockel bis dorthin erstreckt. Im Antrag an die UN-Kommission begründet Kanadas Regierung denn auch ihren Anspruch auf ein erweitertes Seegebiet - gestützt auf neue Vermessungsergebnisse des Meeresbodens im Osten und Norden der Küste. Die Untersuchungen dauern allerdings an, mit einer Prüfung des Antrags wird erst Mitte 2014 gerechnet.

Der Antrag betreffe vor allem den Atlantischen Ozean, doch enthalte er auch vorläufige Informationen zum Arktischen Ozean, sagte Baird. Nun hat er laut "Guardian" bekräftigt, dass die kanadische Regierung Wissenschaftler dazu angehalten habe, den Nordpol in die Vermessungen zu integrieren.

Russland und Dänemark ebenfalls interessiert
Die regierenden Tories von Ministerpräsident Stephen Harper wollen seit Langem die Souveränität über Teile der Arktis und die angrenzenden Gewässer ausweiten. Allerdings wird erwartet, dass Russland und Dänemark ihrerseits teils überlappende Gebietsansprüche stellen werden.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat als Reaktion auf den kanadischen Antrag bereits eine erhöhte Militärpräsenz in der Arktis angeordnet. Er wolle, dass die russischen Streitkräfte dort "besondere Aufmerksamkeit" auf die Errichtung von Infrastruktur und die Stationierung militärischer Einheiten verwendeten, sagte Putin bei einem Treffen im Moskauer Verteidigungsministerium.

In naher Zukunft ist trotz Anträgen und Drohgebärden in keinem Fall eine Entscheidung zu erwarten: Allein die Prüfung der Messergebnisse könnte fünf Jahre dauern. Zudem folgt ihr keine bindende Entscheidung der UNO, sie dient lediglich als Vorbereitung für Verhandlungen zwischen den Ländern, die Gebietsansprüche anmelden.

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