Sa, 18. November 2017

„Urban Sledding“

16.01.2013 11:22

Schlittenhund-Läufe unter der Sonne Kaliforniens

Der Mangel an Schnee ist kein Problem für "Obi". Schließlich darf der Schlittenhund trotzdem einen Wagen ziehen, auch wenn er 1.000 Meilen entfernt vom Nordpol unter der Sonne Kaliforniens läuft. Dafür hat sein Besitzer Rancy Reyes gesorgt, der die wöchentlichen Schlittenhunde-Läufe im Fairview-Park in Costa Mesa südlich von Los Angeles initiierte.

In einem zweirädrigen Wagen lässt sich Reyes von Leithund Obi und sieben weiteren Huskies durch den Park ziehen. Auch auf Rollern oder Fahrrädern sind in dem sonnigen Park Gleichgesinnte unterwegs - gezogen von ihren Schlittenhunden der Rassen Alaskan Malamute und Samojede.

"Urban Sledding" als Ausgleich für Schlittenhunde
Viele Hundefreunde müssen jeden Samstag extra früh aufstehen, um in den Fairview-Park zu fahren. Mit dem "Urban Sledding" sollen die Tiere zu ihrem Recht kommen, schließlich wurden sie als Schlittenhunde geboren. "Huskies haben so viel Energie", sagt Reyes. "Sie wurden dazu gezüchtet, zu laufen und zu ziehen."

Mit seinem eigenwilligen Hobby begann Reyes, als er den sechs Monate alten "Niko" bekam, einen tolpatschigen, hyperaktiven Husky, der Bewegung brauchte. Der 52-Jährige kaufte sich einen Roller und spannte das Tier davor. "Wir zogen Runden durch den Park und er liebte es, er läuft für sein Leben gern." Kurz darauf begann Reyes, die Hunde anderer Leute zu trainieren.

Bis zu 1.500 Euro für Spezialwagen
"Das ist ein Vergnügen für die Hunde", sagt Kathy Tamanaha, die seit zwei Jahren einen Samojeden hat. "Es sind Schlittenhunde, die haben das im Blut." Während die Hunde in den Laufpausen ihren Durst stillen, unterhalten sich Herrchen und Frauchen über die verschiedenen Wagenmodelle. Viele hat der Bauingenieur Henning Bartel konstruiert. Umgerechnet bis zu 1.500 Euro könne so eine Spezialanfertigung kosten, sagt der 45-Jährige. Etwa 50 davon hat er bereits hergestellt. "Wir hatten vier Huskies und wir mussten ihnen irgendwie Bewegung verschaffen", erzählt er.

Mit 20 bis 40 Kilometern pro Stunde können die Hunde einen einzelnen Menschen auf einem Wagen ziehen. Professionelle Schlittenhundeführer schaffen sogar bis zu 50 Kilometer pro Stunde. Je größer der Schlitten, umso langsamer das Tempo. Und natürlich spielt auch das Training eine große Rolle.

Hunde müssen auf Zuruf gehorchen
Da die Hunde nur mit einer Leine gehalten werden, müssen sie auf Zuruf gehorchen. "Ich habe keine Zügel für sie wie bei Pferden, also kann ich sie nicht nach links oder rechts lenken", sagt Reyes. "Sie müssen sich auf Befehle konzentrieren, auf den Lenker hören, das schult auch ihr Bewusstsein." Vor allem der Leithund muss die Befehle befolgen, in diesem Falle der freundliche Obi. Nicht unbedingt das Alpha-Männchen sei der ideale Leithund, betont Reyes. Vielmehr eignet sich das fügsamste Tier am besten. "Nicht alle Hunde wollen vorn sein", sagt Reyes. "Nicht alle gehorchen. Obi ist der Leithund, weil er unbedingt mein Freund sein will."

Ein Video zu Rancy Reyes und seinen Hunden findest du hier.

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