Di, 12. Dezember 2017

Nach Herzinfarkt

07.04.2012 18:09

Präsident von Malawi tot - Vize übernahm Amt

Nach zwei Tage langen Spekulationen ist im afrikanischen Staat Malawi am Samstag offiziell der Tod von Präsident Bingu wa Mutharika (Bild) mitgeteilt worden. Der 78-Jährige starb in der Hauptstadt Lilongwe, nachdem er zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatte. Seine Stellvertreterin, Joyce Banda, hat am Samstag den Amtseid abgelegt und die Amtsgeschäfte übernommen. Mit ihr steht erstmals eine Frau an der Spitze des Landes im südlichen Afrika.

"Wir müssen die traurige Nachricht mitteilen, dass Präsident Mutharika verstorben ist", erklärte das Präsidentenbüro. Es kündigte gleichzeitig eine zehntägige Staatstrauer an. Im Beisein von Ministern, dem Generalstaatsanwalt sowie den Spitzen von Militär und Polizei erklärte sich Vizepräsidentin Banda gemäß der malawischen Verfassung noch am Samstag in Lilongwe zum Staatsoberhaupt. "Wie Sie sehen, hat die Verfassung gesiegt", sagte Banda.

Auch die USA als wichtigster Geldgeber des verarmten Landes hatten darauf gedrängt, dass die Frauenrechtlerin die Amtsgewalt übernimmt. Zuvor hatte es Spekulationen um einen Machtkampf Bandas mit dem Bruder des toten Präsidenten gegeben.

Mutharika bei Volk unbeliebt
Die Mehrheit der Menschen in Malawi dürfte Mutharika keine Träne nachweinen. In ihren Augen war er ein autokratischer Herrscher und persönlich für die Wirtschaftskrise verantwortlich, die Ergebnis eines Bruchs mit der früheren Kolonialmacht Großbritannien ist. "Wir wissen, dass er tot ist. Er starb in einem einheimischen und schlecht ausgestatteten Krankenhaus, um das er sich nie gekümmert hat - keine Medikamente und kein Strom", kommentierte ein Geschäftsmann den Tod des Präsidenten. "Tut mit leid, aber wir alle haben seinen Tod herbeigesehnt", sagte ein anderer Geschäftsmann.

Malawi eines der ärmsten Länder der Welt
Mutharika kam 2004 an die Spitze von Malawi, fünf Jahre später wurde er mit großer Mehrheit wiedergewählt. Der Ökonom arbeitete zuvor für verschiedene internationale Organisationen, darunter die Weltbank. Kritiker warfen ihm eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und Rückschritte in Sachen Demokratie vor. Malawi grenzt an Tansania, Mosambik und Sambia. Das Land hat knapp 14 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten der Welt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden