Fr, 24. November 2017

Nach Tod bei Geburt

04.02.2012 09:50

OÖ: Krankenhaus-Betreiber muss 110.000 € zahlen

Der oberösterreichische Krankenhausbetreiber gespag muss im Fall einer Frau, die 2008 nach der Entbindung ihres vierten Sohnes in einem Spital gestorben war, 110.000 Euro Trauerschadensgeld an die vier Buben zahlen. So lautete das Urteil am Welser Landesgericht. Die gespag habe den Spruch zur Kenntnis genommen. Der Witwer will zudem 102.000 Euro und seine Schwiegereltern 10.000 Euro.

"Wir sind froh, dass es eine unabhängige Entscheidung gibt", sagt Jutta Oberweger vom Spitalserhalter gespag, der den vier Buben je 20.000 bzw. 30.000 Euro zahlen muss, zur "Krone". In den kommenden Wochen wird auch im Verfahren von Witwer Harald Thallinger (im Bild mit seinen Söhnen) ein Teilurteil erwartet. "Beim Trauerschmerzensgeld gehe ich davon aus, dass er, wie die Kinder, die vollen geforderten 30.000 Euro erhält. Über die Höhe des erhöhten rückwirkenden Kinderbetreuungsgeldes entscheidet ein Gutachter", so Christian Schönhuber, Anwalt des Witwers.

Thallinger, der seit fast einem Jahr wieder arbeitet, bekommt von der gespag derzeit 3.000 Euro pro Monat. "Das Urteil wird zukunftsweisend für das Betreuungsgeld, damit wir nicht wieder prozessieren müssen", so Schönhuber, der pro Monat knapp über 5.000 Euro einklagt.

Tod nach Komplikationen bei Geburt
Anfang September 2008 war es bei der Patientin in Gmunden während der Entbindung ihres vierten Kindes zu gravierenden Problemen gekommen. In einer Notoperation versuchten die Ärzte, ihr das Leben zu retten, sie verblutete aber nach einem Riss in der Gebärmutter. Die Krankengeschichte wurde gefälscht. Ein Oberarzt wurde wegen fahrlässiger Tötung und Urkundenfälschung verurteilt, das Verfahren gegen einen Primar endete mit einer Diversion.

Nach dem Vorfall hatte die gespag Konsequenzen gezogen und Maßnahmen zur Optimierung der Dokumentationsqualität gesetzt. Das Dienstverhältnis mit dem zuständigen Primar wurde gelöst.

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