Sa, 26. Mai 2018

Gewaltige Demo

30.12.2011 21:25

Hunderttausende Syrer haben noch nicht aufgegeben

Viel dringt nicht nach außen - dennoch, sofern man verwackelten Internetvideos und "regierungsfeindlichen" Organisationen glaubt, waren es mehr als 500.000 Menschen, die am Freitag nach dem traditionellen Gebet auf die Straßen syrischer Städte strömten. "Bashar, wir brauchen dich nicht!", rief das Volk - und die Schergen des Machthabers reagierten nach üblichem Muster. Wieder gab es Prügel, Tränengas und Tote. 34 Regimegegner seien erschossen worden, so Menschenrechtsaktivisten am Samstag.

Allein in der Widerstandshochburg Idlib seien nach den islamischen Freitagsgebeten 250.000 Menschen durch die Straßen gezogen, hieß es. Auch etwa in Hama und Douma, einem Vorort der Hauptstadt Damaskus, demonstrierten nach Angaben von Oppositionellen unzählige Menschen. Der in Katar ansässige Fernsehsender Al-Jazeera strahlte Live-Aufnahmen aus, die nach seiner Darstellung Zehntausende Demonstranten in einem Bezirk der Protesthochburg Homs (Bild) zeigten.

Nach Angaben von Menschenrechtlern bewarfen die Protestierenden in Douma die Sicherheitskräfte mit Steinen. Mindestens 24 Menschen seien verletzt worden. Die Polizei habe Tränengas in die Menge geschossen, um sie auseinanderzutreiben, auch von Nagelbomben wurde berichtet. In den Städten Idlib, Daraa und Hama seien später mindestens 34 zivile Regimegegner erschossen worden. Ungeachtet der Präsenz von Beobachtern der Arabischen Liga seien dort zudem zahlreiche Menschen verletzt worden, so die in London etablierte Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

"Wenigstens werden sie es sehen"
Oppositionsaktivisten hatten am Freitag zu den landesweiten Protesten aufgerufen. Die Menschen sollten auf die Straße gehen und den Beobachtern der Arabischen Liga ihre Lage vor Augen führen. "Wir wissen, dass das Blutvergießen nicht allein deshalb enden wird, weil sie da sind", sagte ein Oppositionsvertreter über die Vertreter der Arabischen Liga, die seit Mittwoch im Land unterwegs sind. "Aber wenigstens werden sie es sehen."

Trotz dieser angeblich "größten Demonstration seit Beginn der Proteste gegen die Regierung Mitte März", zeigen sich die USA inzwischen zurückhaltend über den bisherigen Verlauf der arabischen Beobachtermission, die von Aktivisten heftig kritisiert wird. Der Chef der Mission, der sudanesische General Mohammed Ahmed Mustafa al-Dabi, hatte dem Regime in Damaskus - das ausländischen Medien mittlerweile ein "Berichterstattungsverbot" auferlegt hat - Kooperationsbereitschaft attestiert.

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