Di, 20. Februar 2018

Wieder in Freiheit

24.08.2011 12:46

Strauss-Kahn: "Das ist das Ende einer schrecklichen Zeit"

Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn plant nach der Beendigung des Strafverfahrens gegen ihn eine baldige Rückkehr nach Frankreich. "Ich kann es kaum erwarten, in mein Land zurückzukehren, aber vor der Abreise gibt es noch ein paar kleinere Dinge zu erledigen", sagte er bei seinem ersten Presseauftritt seit der Verhaftung wegen eines mutmaßlichen Vergewaltigungsversuchs Mitte Mai.

Sichtlich erleichtert präsentierte sich Strauss-Kahn am Dienstag in New York der Presse: "Das ist das Ende einer schrecklichen und ungerechten Zeit, die für mich durch meine Frau, meine Kinder und all meine Unterstützer erträglicher geworden ist. Sie alle müssen wissen, dass ihre Unterstützung sehr wichtig war."

Eine ausführlichere Erklärung kündigte Strauss-Kahn für die Zeit nach seiner Rückkehr nach Frankreich an. Nach Informationen der Webseite challenges.fr hat Strauss-Kahn bereits eine Kommunikationsstrategie entwickelt. Unter anderem soll es ein Interview für rund zehn große Tageszeitungen in aller Welt geben.

Politikerin: "Weiße Weste ekelt mich an"
Unzählige Parteifreunde in Frankreich äußerten sich positiv zur Einstellung des Verfahrens um Strauss-Kahn. Kritik an den positiven Reaktionen kam allerdings von der sozialistischen Regionalpolitikerin Anne Mansouret. Sie ist die Mutter der jungen Autorin Tristane Banon, die Strauss-Kahn ebenfalls versuchte Vergewaltigung vorwirft und Klage gegen ihn eingebracht hat. Er soll 2003 in einer Pariser Wohnung über sie hergefallen sein.

Aus diesem Grund reagierte ihre Mutter wohl mit folgenden, scharfen Worten auf die Einstellung des Verfahrens in New York: "Es ekelt mich an, dass meine Parteifreunde andauernd davon sprechen, Strauss-Kahn hätte nun seine weiße Weste wieder. Nur weil der New Yorker Staatsanwalt keinen Prozess wollte, ist Strauss-Kahn noch lange nicht unschuldig."

Ob die französische Justiz Strauss-Kahn ebenfalls für unschuldig hält, bleibt abzuwarten. Nach Ansicht von Experten könnte das Verfahren wegen fehlender Beweise allerdings ebenfalls eingestellt werden.

Zivilklage wird "in sich zusammenfallen"
Aussichtslos scheint auch die Zivilklage von Nafissatou Diallo gegen Strauss-Kahn. Er habe "keinerlei Absicht", der Klägerin Nafissatou Diallo Geld zu zahlen, sagte Anwalt Benjamin Brafman der französischen Zeitung "Aujourd'hui en France/Le Parisien" vom Mittwoch. Die Zivilklage werde wie das Strafverfahren "in sich zusammenfallen". Diallo habe "keinen Schaden erlitten", Strauss-Kahn sei "unschuldig".

Der frühere IWF-Chef war Mitte Mai kurz vor seinem Abflug nach Frankreich in New York am Flughafen festgenommen worden. Diallo, ein Zimmermädchen in einem New Yorker Luxushotel, warf ihm vor, sie in einer Suite des Hotels unter anderem zum Oralsex gezwungen zu haben. Später kamen aber Zweifel an der Glaubwürdigkeit der 32-jährigen Frau auf, die letztendlich zur Einstellung des Verfahrens führten.

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