Sa, 25. November 2017

‚Dresden‘ übernimmt

08.06.2011 12:21

Thielemann und die Osterfestspiele fixieren Vertrag

Seit Mittwochmittag ist es offiziell – die Staatskapelle Dresden ist das neue Orchester der Salzburger Osterfestspiele, Dirigent Christian Thielemann wird deren künstlerischer Leiter und die Semperoper Dresden ist Kooperationspartner der Osterfestspiele im Bereich Oper. Diese Zusammenarbeit wurde zumindest für die Jahre 2013 bis 2017 vereinbart, ein entsprechender Vertrag wurde nun in Salzburg unterschrieben.

Thielemann und die Dresdner beginnen 2013 mit Wagners "Parsifal", in den Hauptrollen werden Johan Botha (Parsifal), Stephen Millig (Gurnemanz) und Wolfgang Koch (Amfortas) zu hören sein. Geplant sind genau wie mit den Berliner Philharmonikern zwei Vorstellungen im großen Festspielhaus. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Opern dann in der Dresdner Semperoper wieder aufgenommen werden. "Die Premieren werden in Salzburg stattfinden, in Dresden wird die Oper aber nicht einfach nachgespielt", so Thielemann, "allein schon aus akustischen Gründen muss man damit rechnen, dass im Repertoire nicht dieselben Sänger zu erleben sein werden."

Thielemann garantiert Salzburg Exklusivität
Auch im Konzert-Bereich garantierten Thielemann und die Staatskapelle Dresden den Salzburger Osterfestspielen Exklusivität. "Auch wenn wir noch keine Programm-Details nennen können: Es wird kein Konzert geben, das wir in Dresden oder in unseren 35 Tournee-Konzerten weltweit bereits gespielt haben", sagte Orchesterdirektor Jan Nast bei der Pressekonferenz am Mittwoch. Wie bisher wird es auch ab 2013 sechs Konzerte mit drei verschiedenen Programmen geben. Vier Konzerte, vornehmlich jene mit Chor, werden von Thielemann dirigiert, das dritte Doppelkonzert soll vom ersten Gastdirigenten der Staatskapelle, Myung-Whun Chung, geleitet werden, als Solist wurde Evgeny Kissin genannt.

Dazu kommt ein "Konzert für Salzburg" mit einem zusätzlichen Programm, das zu "wirklich sehr niedrigen Preisen" speziell den Salzburgern angeboten werden soll, wie es der künstlerische Intendant der Osterfestspiele, Peter Alward, formulierte. Außerdem soll viel Kammermusik und ein Jugendprojekt präsentiert werden - fürs Erste ist ein Gastspiel der Dresdner "Kapelle für Kids" angesagt.

Teuerstes Klassik-Festival der Welt soll günstiger werden
Stichwort Preise: Das wohl teuerste Klassik-Festival der Welt soll preisgünstiger werden, versprachen Alward, der die Zusammenarbeit mit Dresden eingefädelt und ausgehandelt hatte, sowie der kaufmännische Intendant der Osterfestspiele, Bernd Gaubinger. Um wie viel genau die Preise gesenkt werden können – die teuerste Karte für eine Opernvorstellung kostet derzeit 510 Euro – ist allerdings noch unklar. Als betriebswirtschaftlich besonders vorteilhaft könnten sich die Synergieeffekte mit der Semperoper auswirken – alle Opern aus Salzburg gehen ja ins dortige Repertoire.

Thielemann bedankte sich vor allem beim Wiener Staatsoperndirektor Dominique Meyer, der "mich freundlicherweise aus meinem Vertrag für einen 'Lohengrin' 2014 entlassen hat. Ohne diese Kollegialität hätten wir dieses Projekt 'Osterfestspiele Salzburg' gar nicht machen können, und ich säße jetzt nicht hier", erläuterte der 52-jährige Dirigent. Semperoper-Intendantin Ulrike Hessler sagte dazu, es grenze an ein Wunder, dass es möglich wurde, sämtliche Spielpläne des Opernhauses in so kurzer Zeit umzubauen und auf Salzburg abzustimmen. "Salzburg und Dresden sind seit 20 Jahren Partnerstädte, und es hat wohl so kommen müssen, diese Zusammenarbeit kann nur gut werden."

Baden-Baden will Pläne mit Thielemann neu ordnen
Nach der Entscheidung von Thielemanns will das Festspielhaus Baden-Baden seine eigenen Pläne mit Thielemann nun neu ordnen. "In den nächsten Wochen werden wir uns als Freunde treffen und weitere Zukunftspläne besprechen", sagte Intendant Andreas Mölich-Zebhauser am Mittwoch. Der künftige Dresdner Chefdirigent sei Baden-Baden eng verbunden. Thielemann hatte in der Kurstadt 2009 den "Rosenkavalier" und im Jahr darauf die "Elektra" dirigiert. Im kommenden Jahr ist er für die "Ariadne aus Naxos" eingeplant, mit der er seine Strauss-Reihe fortsetzen wird. Über weitere zukünftige Projekte soll in den nächsten Wochen gesprochen werden.

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