Mi, 23. Mai 2018

Startfrei in Runde 2

12.04.2011 15:02

Tempo-Wahn in EAs "Need for Speed: Shift 2 Unleashed"

"Es ist ein endloser Kampf gegen die Angst, die Strecke und die Gegner": Mit diesen bedeutungsschwangeren Worten startet der zweite Teil von EAs Rennspiel-Simulation, "Need for Speed: Shift 2 Unleashed", in die zweite Runde. Zunächst heißt es jedoch, den Kampf gegen das flatterhafte Heck zu gewinnen.

Denn ehe ich mich versehe, befinde ich mich in "Shift 2 Unleashed" auf der Rennstrecke – die Motorhaube voller PS, dafür wenig Grip an den Reifen und noch dazu das besagte Heck. Zeit, sich an dieses zu gewöhnen, gibt es wenig: Nach zwei Runden ist die unverhoffte Testfahrt bereits vorbei. Anhand des zuvor gezeigten Könnens (bzw. dessen Abstinenz) bestimmt eine Automatik nun über Einsatz etwaiger Assistenzsysteme, den fahrerischen Level sowie – vielleicht am wichtigsten – das Startkapital.

Hätte man mir das vorher gesagt, ich wäre womöglich etwas konzentrierter gefahren. So aber lande ich zunächst in der untersten Klasse und beim guten alten Golf GTI. Der erweist sich auf dem Weg zum GT1-Weltmeistertitel jedoch als optimales Einsteigergefährt: Dank seiner guten Bodenhaftung und der sicheren Kurvenlage sind schnell die ersten Events gewonnen. Was während der Testfahrt, bei der man sich an Strecke und Handling erst gewöhnen musste, noch fehlte, wird nun bald zum Hindernis: Der Bremsassistent macht seinem Namen nämlich alle Ehre und bremst mich ungehindert meines Bleifußes konsequent vor den Kurven aus. Glücklicherweise lassen sich alle unterstützenden Hilfen ja aber auch abschalten.

Tunen oder neu kaufen?
Mit den ersten Erfolgen schwillt allmählich auch das Konto wieder an. Jetzt heißt es, sich zu entscheiden: Investiert man das Geld in das "Pimpen" von Motor, Getriebe, Fahrwerk und Co. oder kauft man lieber gleich einen neuen fahrbaren Untersatz? Immerhin bietet "Shift 2 Unleashed" über 140 Fahrzeuge - von A wie Alfa Romeo, Aston Martin oder Audi über M wie Maserati, McLaren und Mercedes bis hin zu Shelby, Toyota und VW. Die ganze Zeit über nur mit dem Golf zu fahren, wäre angesichts dieses Angebots wirklich langweilig.

Das Geld fällt aber nunmal nicht vom Himmel – es sei denn, man hilft mittels Microsoft Points nach und kauft sich seinen Fuhrpark im wahrsten Sinne des Wortes selbst zusammen -, weshalb es zunächst doch wieder mit dem Golf auf die Piste geht – allerdings im getunten Zustand. Für die Nitro-Einspritzung hat es zwar noch nicht gereicht, das neue Fahrwerk, die besseren Reifen, der aufgebohrte Motor und das frische Getriebe bringen aber dennoch mächtig Kraft auf die Straße.

Zusätzliche Extras durch Erfahrungspunkte
Nicht alles, was das Auto sowohl technisch als auch optisch auf Vordermann bringt, steht in der Garage jedoch von Anfang an zur Verfügung. Gewisse Extras und Feintuning-Möglichkeiten müssen erst erarbeitet werden, was durch das Sammeln von Erfahrungspunkten gelingt. Diese gibt es beispielsweise für saubere Starts, Runden und Überholmanöver sowie das Absolvieren von Eventzielen. Dazu zählt etwa das Erreichen von Bestzeiten oder eine gewisse Rundenanzahl in Führung zu bleiben.

Gefahren wird zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten, jedoch ohne Zeitübergänge und dynamisches Wetter, auf insgesamt 36 Strecken rund um den Globus. Darunter befinden sich Klassiker wie Silverstone, Monza oder der Nürburgring, aber auch außergewöhnlichere (Arcade-)Strecken durch Fabrikhallen oder Hafengelände. Die Palette der Disziplinen ist dabei groß: Neben Zeitrennen gilt es auch Drift- und Eliminationsrennen zu meistern, und das in unterschiedlichen Fahrzeugklassen wie der GT1- und GT3-Serie, Muscle- oder Retro-Cars.

Mit bis zu zwölf Spielern im Multiplayer auf die Piste
Auch online darf der Raserei gefrönt werden, wahlweise mit einem weiteren Spieler im Duell oder mit bis zu zwölf Fahrern auf einer Piste in der Gruppen-Aufholjagd. Wer keine einzelnen Events absolvieren möchte, kann sich überdies in die Duell-Meisterschaft stürzen und hintereinander nach dem K.o.-Prinzip gegen unbekannte Fahrer antreten. Die sogenannte Autolog-Funktion erlaubt es dem Spieler zudem, praktisch jeden Aspekt der Rennkarriere mit anderen zu teilen. So können beispielsweise Fahrerprofile verglichen, Bilder und Videos geteilt sowie kommentiert, Spieler herausgefordert und Newsfeeds abonniert werden.

Mittendrin statt nur dabei
Besonders großen Wert legt EA auch auf die Erwähnung der neuen Helmkamera-Perspektive, die dank verwackelter Bilder ein realistisches Gefühl vom Durchgeschütteltwerden vermittelt. Auch die Nachtrennen und die lizensierten Fahrzeugmodelle machen eine gute Figur. Weniger gut gefallen haben bei der Xbox-Version jedoch die einen Hauch zu langen Ladezeiten – nicht nur bei den Rennen, sondern auch, wenn man beim Autohändler durch den Fuhrpark blättert. Die tollen Abrollgeräusche und der mächtige Motorensound, der ähnlich der Helmkamera ein Gefühl von "Mitten drin statt nur dabei" vermittelt, trösten über die längeren Wartezeiten jedoch wieder hinweg.

Fazit: Hinsichtlich der Optik kann "Shift 2 Unleashed" nicht ganz mit Microsofts "Forza"-Serie oder Sonys "Gran Turismo 5" mithalten. Dem Spaß tut dies allerdings kaum einen bis gar keinen Abbruch. Über 140 Fahrzeuge, 36 Strecken, Dutzende Events, diverse Disziplinen und der Online-Modus machen unterm Strich ein mehr als umfangreiches Angebot - Rennfahrer-Herz, was willst du mehr?

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC
Publisher: Electronic Arts
krone.at-Wertung: 8/10

von Sebastian Räuchle

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