Mo, 20. November 2017

Baufirmen zahlen

16.01.2011 09:39

Juristin holt für die Stadt Salzburg 188.900 € zurück

Ein bautechnisches Gutachten und einige geschickte Verhandlungen – damit holte die Juristin Susanne Handel-Mazzetti für die Stadt Salzburg exakt 188.900 Euro heraus. Den stolzen Betrag müssen die Baufirmen bezahlen, die 2005 beim Neubau der ARGEkultur im Salzburger Nonntal bei der Akustik geschlampt hatten.

Kurz nach der Eröffnung Anfang Oktober 2005 war die ARGEkultur schon wieder eine Baustelle. Fehler im Schallschutz störten die Musiker bei den Proben, teure Nachbesserungen waren nötig – und die Baufirmen weigerten sich, die Mehrkosten dafür zu übernehmen. Fünf Jahre dauerten die Verhandlungen – aber jetzt steht fest, dass die Stadt von den Firmen exakt 188.900 Euro bekommt. Damit sind die Schäden gedeckt.

Gutachten war eindeutig
"Ich habe lange an diesem Fall gearbeitet", sagt Susanne Handel-Mazetti. Die Juristin in der Magistratsdirektion hat mit viel Beharrlichkeit verhandelt. "Da hatte ich ein Gutachten zu den Mängeln beim Trittschall", berichtet sie. "Und das war eindeutig." Der Rest war für sie nicht mehr so schwer.

Denn die 53-Jährige ist juristisch mit allen Wassern gewaschen. "In meiner Familie sind alle Künstler, wie meine Großtante Enrica oder Juristen – und ich habe mich auf die Seite der Juristen geschlagen. Ich wusste bereits mit zehn Jahren, dass ich Jus studieren will." Kein Wunder – unter ihren Verwandten sind Anwälte, ein früherer Kammer- und auch ein Gerichts-Präsident.

Mitten drin im Leben
Handel-Mazzetti startete ihre Karriere bei einem Advokaten, "ich habe auch selbst die Rechtsanwaltsprüfung gemacht. Aber das war doch nicht mein Ding." Also wechselte sie – zuerst für einige Zeit als Assistentin an die Uni, später zum Magistrat. Was gefällt ihr so an der Juristerei? "Das ist das echte Leben", sagt Handel-Mazetti begeistert. "Weil alles im Leben mit dem Recht zu tun hat. Da ist man mitten drinnen. Und es ist das Schönste, wenn man jemandem helfen kann" – wie in dem Fall der Stadt, also dem Steuerzahler. Ein Grundsatz der leidenschaftlichen Juristin bewährte sich: "Ein langer Rechtsstreit bringt keinem was. Mir war wichtig, für die Stadt Geld zu bekommen – ohne großes Prozessieren."

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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