Fr, 17. November 2017

Opposition dagegen

10.12.2010 09:48

Ortschef von Kuchl kämpft um neues Gemeindeamt

In Kuchl hängt der politische Haussegen schief. Anlass ist das alte Gemeindeamt, das jetzt in einem Wohnhaus untergebracht ist. Ortschef Wimmer will ins Zentrum übersiedeln und das alte Haus abreißen, die Opposition hält Um- und Ausbau für ausreichend.

„Ich war selbst lange genug Betriebsrat. Darum weiß ich, dass die Arbeitsbedingungen im Gemeindeamt für unsere Bediensteten alles andere denn ideal sind“, meint Andreas Wimmer, Ortschef von Kuchl. Fürs neue Jahr hat der VP-Politiker schon exakte Pläne, wie diese Nöte behoben werden.

Das Gemeindeamt soll übersiedeln – „auf den Marktplatz ins alte Raika-Gebäude. Da habe ich schon die Zustimmung der Bank und der Nachbarn. Es wäre eine Heimkehr, denn auch früher war die Gemeinde direkt am Markt“, schildert der Ortschef.

Das jetzige Amtsgebäude möchte Wimmer für die Gemeinde behalten. „Auch wenn es uns viel Geld kostet – aber ich habe schon Interessenten für ein Ärztezentrum, das wir an dieser Stelle ansiedeln könnten. Dafür müssen wir das alte Haus abreißen“, rechnet Wimmer mit einer deutlichen Aufwertung. „Von einer besseren medizinischen Versorgung hätten alle Kuchler etwas“, ist er überzeugt.

Die vereinigte Opposition sieht das aber anders. SP, die grüne Liste ULLK, Freiheitliche und Ex-FP-Mandatare haben sich verbündet und hegen ganz andere Pläne. Sie halten den Abriss mit Übersiedlung für viel zu teuer und nicht finanzierbar. Sie schlagen stattdessen einen großzügigen Um- und Ausbau des bestehenden Gemeindeamtes vor, bei einer Erweiterung könnte im Haus auch noch das Kuchler Musikum untergebracht werden, wünschen sich die Oppositionsparteien.

Damit werden sie in Kuchl wohl kein Gehör finden: „Der Zug ist abgefahren, wir haben schon alles ausverhandelt“, erläutert Wimmer. Er will notfalls das Projekt auch allein mit der absoluten Mehrheit in der Gemeinde durchsetzen: Seine VP eroberte bei der letzten Wahl 14 Mandate, die Opposition schaffte insgesamt gerade einmal 11. Wimmer empört: „Die politische Kultur ist bei uns leider kaputt. Das Projekt wird ja nur madig gemacht, weil es vom Bürgermeister kommt!“

Das Polit-Gefecht geht am Freitag mit gleich zwei Pressekonferenzen und nächste Woche in der Gemeindesitzung über das Budget 2011 weiter.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung
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