Mo, 18. Dezember 2017

Starke Unwetter

05.07.2010 15:06

Erdrutsch und eingesperrte Autofahrer

Rund 100 bis 150 Männer der Feuerwehr sind in der Nacht auf Montag nach dem heftigen Sommergewitter im gesamten Salzkammergut im Einsatz gewesen, um Keller auszupumpen, umgeknickte Bäume zu beseitigen und Wassersperren zu errichten. Den Raum Gmunden hat es laut Feuerwehr besonders stark getroffen. Beim Schutzhaus Mitterecker bei Ebensee wurden elf Wanderer vom Unwetter überrascht und mussten in ihren Autos übernachten.

Das Erdreich am Fuße des Grünbergs wurde durch den Starkregen zur Gänze aufgeweicht, wodurch sogar ein Hangrutsch (Bild) ausgelöst wurde. Die Feuerwehr konnte mit Sandsäcken, einem Bagger und Verschalungstafeln die Schlammmassen in Zaum halten. Anschließend wurde das Erdreich in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftshof Gmunden und einem weiteren Minibagger abgetragen.

Hohe Kosten
Der Schaden ist enorm: Bis zu 2,6 Millionen Euro Schaden sind nach den Unwettern zu erwarten. Das schätzte der Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung, Wolfgang Weidl. Die Feuerwehren absolvierten zwischen Mitternacht und Montagmittag mit rund 2.000 Helfern 316 Einsätze.

Laut Weidl hat es den Raum Ried im Innkreis am schlimmsten erwischt, dort seien auch einige große Firmen sowie die Messehalle betroffen. Hier fielen laut ZAMG 54 Liter Regen pro Quadratmeter binnen einer Stunde.

Insgesamt sei in dem Bereich Schäden von 1,6 Millionen Euro zu erwarten. Im Salzkammergut gebe es - mit einigen Ausnahmen - vor allem kleinere Schäden im Bereich von bis zu 2.000 Euro.

Sperren auch am Montag
Am Montag kam es vor allem im Raum Bad Ischl und Ebensee immer wieder zu Überflutungen. Die Pegel von Traun und Ischl stiegen stark an, die Flüsse uferten stellenweise aus. Mehrere Straßen waren gesperrt, unter anderem auch die Salzkammergut Straße (B145), die Hallstättersee Straße und der Koppenpass. Die Bahnstrecke zwischen Attnang-Puchheim und Stainach-Irdning war ebenfalls unterbrochen.

Gmundner Wahrzeichen von Blitz getroffen
Die Esplanade war knapp 40 Zentimeter unter Wasser und musste gesperrt werden. Andere Straßen waren bis zu zehn Zentimeter überflutet. Gmundens Wahrzeichen, der über 200 Jahre alte Mammutbaum am Franz-Josef-Platz, wurde von einem Blitzeinschlag entzweit. Auf einer Länge von rund fünf Metern wurde der Wipfel gespaltet. Die schweren großen Äste mussten schließlich von der Feuerwehr aus Sicherheitsgründen zurückgeschnitten werden. Am Montagvormittag soll entschieden werden, ob der Baum gänzlich gefällt werden muss.

Weitere betroffene Orte waren Ebensee, Ohlsdorf, Attnang-Puchheim, Steinbach am Attersee und Bad Ischl. In Ebensee sei gegen 22 Uhr ein Bach übergegangen, so ein Feuerwehrsprecher.
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