Do, 23. November 2017

„Kaprun-Inferno“

29.04.2010 09:05

Anwalt der Opfer kämpft um neuen Prozess

44 Oberösterreicher sind unter den 155 Todesopfern gewesen. Zehn Jahre später klagen nun 90 Hinterbliebene und Überlebende der Kaprun-Katastrophe an: Staatsanwälte und Justizministerinnen müssen sich gegen die Vorwürfe wehren, eine Wiederaufnahme des Strafprozesses zu verhindern, der mit Freisprüchen endete. Aber jetzt wird auf vorsätzliche Brandstiftung plädiert, die nicht verjährt ist.

Der Wiener Opfer-Anwalt Gerhard Podovsovnik vertritt auch die Familie eines Linzer Polizei-Pensionisten, dessen Frau knapp überlebte. Man will jetzt beweisen, dass der Heizlüfter der Gletscherbahn bereits sechs Jahre vor dem Inferno technisch gefährlich verändert worden war, was der Advokat als vorsätzliche Brandstiftung bezeichnet. "Und die ist noch lange nicht so verjährt, wie die fahrlässige."

"Kriminelle Vereinigung"
Der Anwalt und die Hinterbliebenen müssten zur Kenntnis nehmen, dass das Verfahren nach zwei Instanzen rechtskräftig geworden sei, wehrt sich die angezeigte Linzer Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Althuber gegen die Vorwürfe des Amtsmissbrauchs und der Strafvereitelung. Doch Podovsovnik hält die Anklagebehörde für befangen, seit die Staatsanwälte und ihre Ressortchefin von deutschen Gegengutachtern als "kriminelle Vereinigung" verdächtigt worden sind, "die vorsätzlich amtsmissbräuchlich" die wahren Schuldigen schützen möchte.

Weil der Opfer-Anwalt der Justiz-Ministerin diesbezügliche Zeitungsartikeln gefaxt hat, beschwerte sich Bandion-Ortner bei seiner Kammer. Der Ressortchefin wird nun vom Opferanwalt vorgeworfen, dass sie die Linzer Staatsanwaltschaft nicht auswechselt, obwohl sie angezeigt ist. Der streitbare Advokat will den Europäischen Gerichtshof anrufen, wenn kein zusätzlicher Schadenersatz bezahlt wird.

Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden