So, 19. November 2017

Heroin für 700.000 €

31.03.2010 12:19

Zehnköpfige Drogen-Bande geschnappt

Eine Bande von Heroin-Dealern soll seit vergangenem Oktober unter anderem in der Region Linz und Haid 9,5 Kilogramm Heroin und 1.600 Substitol-Kapseln verkauft haben. Niederösterreichische Ermittler haben jetzt insgesamt zehn Mitglieder der Bande aus dem Verkehr gezogen. Der Wert der "Ware" am Schwarzmarkt wird auf rund 700.000 Euro geschätzt.

Wie erst jetzt bekannt wurde, führten monatelange Ermittlungen in der Drogenszene die Beamten Ende Jänner schließlich zum Erfolg. Die Gruppe, die aus einem 33-jährigen Serben, drei bulgarischen Schmugglern (31, 33 und 41 Jahre alt) und sechs Subdealern im Alter von 24 bis 39 Jahren aus Österreich und der Slowakei bestand, soll außerdem in Wien sowie St. Pölten und Umgebung aktiv gewesen sein.

Heroin wurde von Bulgarien ins Land geschmuggelt
Die Drogen sollen von den drei bulgarischen Lieferanten von Sofia nach Wien geschmuggelt und in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus an den 33-jährigen Serben übergeben worden sein. Der mutmaßliche Haupttäter dürfte die Suchtmittel dann zum Verkauf an die Subdealer weitergegeben haben. Diese brachten den "Stoff" schließlich gewinnbringend unter die Konsumenten.

Bei vier Hausdurchsuchungen am 31. Jänner wurden 1,7 Kilogramm Heroin und 5.500 Euro - die aus dem Handel mit Suchtmittel stammen - sichergestellt. Bereits einige Wochen davor wurden alle Beschuldigten vorläufig festgenommen.

Tödliche Substanzen beigemischt
Im gefundenen Heroin wurde die synthetische Substanz Opioid Fentanyl entdeckt, die normalerweise in der Anästhesie als Schmerzmittel eingesetzt wird - viele Suchtkranke in Europa sind an dieser tödlichen Kombination bereits gestorben, so die Polizei. Der fatale "Stoff" wurde rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen, bevor ihn die mutmaßlichen Dealer in Umlauf bringen konnten.

Serbin verkaufte Substitol und konsumierte weiter Heroin
Bei den Ermittlungen ist außerdem eine serbische Subdealerin aufgeflogen: Die junge Suchtkranke dürfte sich in ein Substitol-Programm eingeschrieben haben, obwohl sie weiterhin Heroin konsumiert haben dürfte.

Die ärztlich verschriebenen 1.600 Kapseln mit dem Ersatzstoff soll sie auf dem Karlsplatz in Wien mit Gewinn weiterverkauft haben. Der Schaden, der dabei für die Krankenkasse entstanden ist, wird auf 5.500 Euro geschätzt. Neben Delikten nach dem Suchtmittelgesetz wird der jungen Frau daher auch gewerbsmäßiger Betrug zur Last gelegt.

Die drei bulgarischen Staatsbürger wurden auf freiem Fuß angezeigt und die sechs Subdealer sowie der 33-jährige serbische Haupttäter wurden in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert. Auch 30 Abnehmer gingen den Ermittlern ins Netz - gegen sie wird Anzeige erstattet.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden