Do, 23. November 2017

Gutachten beweist

16.03.2010 16:15

Sicherheitsgurt tötete drei Kinder bei Unfall

Es war eine Tragödie, die alle Menschen bewegt hat: Im Februar 2009 ist eine 18-Jährige mit ihrem Kleinwagen in Spital am Pyhrn gegen das Auto einer fünfköpfigen Familie gekracht. Drei Geschwister saßen im Fonds - sie waren sofort tot. Nun ergab eine Studie der Universität Graz, dass die Gurte den Kindern die Bauchschlagadern abgedrückt hatten.

Der Unfall passierte am 1. Februar 2009, kurz nach 17 Uhr. Eine 18-Jährige will ihre Freundin (17) heimbringen, kommt mit ihrem Nissan Micra wegen einer Schneewechte auf der B138 in Spital am Pyhrn ins Schleudern und kracht auf der Gegenfahrbahn frontal gegen den VW Vento einer fünfköpfigen Familie aus Windischgarsten.

Die Eltern (40 und 34 Jahre alt) sind mit ihren drei Kindern im Alter zwischen fünf und acht Jahren am Weg zu deren sozialpädagogischer Wohngruppe in Johnsbach (Steiermark). Doch dort kommen die drei Geschwister nie mehr an.

Drei Tote, vier Verletzte
Obwohl beide Lenker nur mit jeweils 70 Kilometer pro Stunde unterwegs waren, sind die Kinder, die angegurtet im Fonds saßen, sofort tot. Die vier Erwachsenen überlebten unterschiedlich verletzt.

Professor Hermann Steffan von der Technischen Universität Graz untersuchte im Auftrag des Innenministeriums die Unfalltragödie und bekam vom Vater der Kinder sogar das Wrack zur Verfügung gestellt.

Gurt tötete
Ein Endbericht ist in Arbeit, doch das Ergebnis des Zwischenberichts sickerte nun durch. So sollen die Untersuchungen ergeben haben, dass die Gurte den Kindern die Bauchaorten abgedrückt hatten.

"Der Druck auf den Torso war so groß, dass es zu einem massiven Abriss der Hauptschlagader kam", wissen Insider. Hintergrund sei, dass die europäische Autoindustrie die Fahrgastzellen so konstruiert, dass vor allem die Sicherheit des Lenkers und des Beifahrers gewährleistet ist. Bessere und sicherere Gurtsysteme werden nur in Nobelkarossen eingebaut.

Laut einer ÖAMTC-Studie gurten sich neun von zehn Lenkern und Beifahrern bei uns an, auf Rücksitzen tun es nur zwei Drittel.

von Christoph Gantner, "OÖ Krone"

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