Di, 21. November 2017

Prozess in Ried

25.01.2010 16:26

Spenden-Betrug eines „Krebs-Kranken“ - vertagt

In Ried stand ein Innviertler Künstler wegen Betruges vor Gericht. Er soll mit einer angeblichen Krebserkrankung Spenden gesammelt haben - obwohl er kerngesund war. Das Verfahrung wurde vertagt.

Der Angeklagte soll unter dem Vorwand, eine teure Krebs-Therapie in den USA zu benötigen, mehrere Tausend Euro gesammelt haben. Der Vorwurf: Der Künstler soll stets kerngesund gewesen sein.

Undokumentierte Krankheit
Zu Beginn des Prozesses konnte er auch keinerlei Belege seiner Krankheit vorweisen. Begründung: Die Unterlagen seien in den USA und der Arzt, der ihn in der Heimat behandelt habe, wolle nicht ins Verfahren einbezogen werden, weil seine Methoden (z.B. Kaffee-Einläufe) nicht zugelassen seien.

Der mutmaßliche Betrüger soll auch einschlägig vorbestraft sein, der Staatsanwalt warf vor, mindestens 70 Personen geschädigt zu haben. Der Angeklagte konterte: Die Dokumente seien "verschlampt" worden. Allerdings ist er in einem Linzer Spital, in dem er behandelt worden sein soll, nicht bekannt. Auch kündigte er verschiedene Belege an, die aber bislang nicht eingetroffen seien.

Restlos geheilt
Auch die Tumore neben der Wirbelsäule sowie Metastasen in Lunge, Leber und Knochen hat er nicht mehr. Die Begründung des Angeklagten: Die Therapie in Amerika habe geholfen. Die schnelle und spurlose Heilung wäre aber nach Aussage des medizinischen Gerichtsgutachters "ein Wunder".

Das Verfahren wurde zur weiteren Zeugeneinvernahme vertagt, auch die Klinik in den USA soll kontaktiert werden.

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