So, 19. November 2017

Düstere Prognose

21.01.2010 12:54

AMS erwartet 2010 weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit

Ein leichter Rückgang bei der Beschäftigung von derzeit rund 235.000 Dienstverhältnissen, eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um plus acht Prozent sowie eine Arbeitslosenquote von 5,5 bis 6,0 Prozent: So sehen die Prognosen des Salzburger Arbeitsmarktservice für das laufende Jahr aus, die am Donnerstag präsentiert wurden.

Uneinig sind sich Wirtschaftskammer-Präsident Julius Schmalz und Arbeiterkammer-Präsident Siegfried Pichler über die Maßnahmen, die nötig sind, um die Konjunktur anzukurbeln.

Pichler forderte weitere Konjunkturmilliarden von der Politik. Er will eine Gemeindemilliarde, mit der Investitionen in den Kommunen realisiert werden können. Außerdem sollte es eine zusätzliche Wohnbaumilliarde für thermische Sanierung geben. "Dieses Geld ist gut investiert, schafft Arbeit und hilft der mittelständischen Wirtschaft", sagte Pichler.

Schmalz für Handwerkerbonus
Wirtschaftskammerpräsident Schmalz hingegen warnt davor, weitere Schulden zu machen. Der Staatshaushalt sei in einem "desaströsen Zustand". Man könne jetzt nicht zusätzliches Geld fordern. "Das zarte Pflänzchen Konjunktur muss vorsichtig gepflegt werden", meinte Schmalz. Es dürfe keinesfalls zu zusätzlichen Belastungen für die Wirtschaft kommen. Er machte sich für die Einführung eines Handwerkerbonus - die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen - sowie die rasche Umsetzung der Verwaltungsreform stark.

Das vergangene Jahr sei am Salzburger Arbeitsmarkt von großen Herausforderungen geprägt gewesen, sagte Steinlechner. Die unselbstständige Beschäftigung ist um 1,2 Prozent auf 235.012 Dienstverhältnisse gesunken. Die Arbeitslosigkeit stieg um 30,5 Prozent auf einen Durchschnittsbestand von 12.733 Personen. Die Arbeitslosenquote betrug 5,1 Prozent - im Vergleich zum vorangegangenen Jahr ein Anstieg um 1,2 Prozentpunkte. Rechnet man die rund 2.000 Salzburger in Schulungsmaßnahmen mit ein, beträgt die Arbeitslosenquote 6,2 Prozent. Besonders betroffen von einem Verlust von Stellen waren die produzierende Wirtschaft wie Maschinenbau, Automobilzulieferer, Verkehr und Lagerei.

Weniger in Kurzarbeit
Verringert hat sich im Lauf des Jahres die Zahl der Menschen in Kurzarbeit. Zur Jahresmitte 2009 waren rund 3.000 Menschen in Salzburg von dieser Maßnahme betroffen. Derzeit seien es 2.000 Personen in rund 20 Unternehmen, sagte Steinlechner. Er rechnet damit, dass die Kurzarbeit 2010 tendenziell weiter abnehmen werde.

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