Mi, 25. April 2018

Mit Defibrillator

10.03.2018 07:00

Mann rettet sich nach Herzinfarkt selbst das Leben

Ein 44-jähriger Sanitäter ist in Australien zu seinem eigenen Lebensretter geworden. Der Mann erlitt auf einem Versorgungsposten in der Wüste - dort war er alleine stationiert, das nächste Spital war 150 Kilometer weit entfernt - einen Herzinfarkt. Mit telefonischen Anweisungen eines Notfallmediziners schaffte er es, sich mit Spritzen und einem Defibrillator außer Lebensgefahr zu versetzen.

Der Vorfall hatte sich in Coral Bay an der australischen Westküste zugetragen. Wie das Fachblatt „The New England Journal of Medicine“ berichtet, litt der Sanitäter an schweren Schmerzen in der Brust und an Schwindel. Weil kein anderer Kollege zur Stelle war, schloss er sich schließlich selbst an das EKG an und schickte das Ergebnis an das Notfall-Telemedizin-Service. Mithilfe des Mediziners auf der anderen Seite des Videochats gab er sich selbst zwei Spritzen, um das diagnostizierte Blutgerinnsel zu behandeln. Danach setzte er noch seinen Defibrillator bei sich selbst ein. Nach dieser Thrombolyse ließen die Symptome nach.

Danach wurde der Mann ins Spital nach Perth geflogen, wo unter anderem ein Stent eingesetzt wurde. Im Fachblatt lobt man den Erfolg des Lebensretters, warnt aber auch ganz trocken: „Das Selbstmanagement eines Myokardinfarkts kann jedoch nicht als medizinisch angemessen angesehen werden, wenn eine andere Option verfügbar ist.“

Weil der australische Kontinent besonders im Landesinneren sehr dünn besiedelt ist, gibt es dort das Emergency Telehealth Service, das medizinische Hilfe trotz räumlicher Trennung über Telefon oder Videochat bietet.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

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