So, 22. Oktober 2017

Initiative gegründet

26.09.2009 16:03

Bürger wollen Lkw-Flut stoppen

In den Salzkammergut-Gemeinden regt sich Widerstand gegen den stetig wachsenden Lkw-Verkehr. Immer mehr Mautflüchtlinge nutzen etwa die Wolfgangseestraße als Abschneider von Liezen zur Westautobahn. Bürgerinitiativen fordern jetzt eine Gewichtsbeschränkung, um den Durchzugsverkehr zu stoppen.

Diese Messungen sind alarmierend: Hat der Lkw-Verkehr auf der Wolfgangseestraße (B158) zwischen den Jahren 2000 und 2005 um knapp 20 Prozent zugelegt, so gab es zwischen 2005 und Juli 2009 eine Steigerung von 44 Prozent bei den Sattelschleppern. "Und da haben wir an einem Tag gemessen, wo nicht unbedingt viel los war", sagt Ing. Silvester Leitner, Sprecher der Bürgerinitiative "Schwerverkehr Salzkammergut".

40 bis 60 Euro Ersparnis
Das Problem ist der Durchzugsverkehr, also die Autobahn-Mautflüchtlinge. "Die Strecke durch das Salzkammergut von der Phyrnautobahn bei Liezen bis nach Thalgau auf die Westautobahn ist seit Einführung der Lkw-Maut über 3,5 Tonnen zum Nadelöhr geworden - vor allem zwischen St. Gilgen und Strobl", so Leitner. Liegt doch die Mautersparnis für die Brummis immerhin bei etwa 40 und 60 Euro.

"Keine rosigen Aussichten"
Und die Aussichten für die Zukunft sind dazu nicht rosig: Auf der Ennstalstraße wird derzeit der Knoten Trautenfels (Steiermark), der den Verkehr Richtung Altenmarkt und Salzkammergut verteilt, neu geplant. Leitner: "Der hat die Dimension eines Autobahnkreisverkehrs! Die Folge für das Salzkammergut wäre eine Steigerung des Gesamtverkehrs um 46 Prozent, beim Güterverkehr wären es gar plus 72 Prozent!"

Bürger gründen Initiativen
Doch dagegen wollen sich die betroffenen Anrainer der insgesamt 27 Salzkammergut-Gemeinden jetzt wehren. In Fuschl und St. Gilgen sowie drei oberösterreichischen Orten wurden bereits Bürgerinitiativen gegründet. Im Oktober folgen noch weitere Informationsabende. "Wir wollen in jeder Gemeinde aktiv werden", sagt Leitner.

Durchzugsverkehr soll auf die Autobahn
Die Forderung der Bürger: Eine Tonnagebeschränkung für Lastwagen über 3,5 Tonnen um die Transitroute durchs Salzkammergut zu verhindern und den Durchzugsverkehr zurück auf die Autobahn zu bringen. Leitner: "Ausgenommen ist der Ziel- und Quellverkehr!" Beispiele gibt es dafür schon genug in Salzburg. So gilt bereits auf der Lofererstraße, am Pass Thurn, der Gerlosstraße oder auf der Katschbergstraße eine solche Gewichtsbeschränkung.

von Max Grill, Kronen Zeitung

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