So, 18. Februar 2018

Kindergartengebühr

03.02.2018 17:32

Pädagoginnen zittern jetzt um ihre Arbeitsplätze

Die Einführung der Kindergartengebühr trifft viele Familien hart. Sie können sich die kostenpflichtige Betreuung ab 13 Uhr nicht leisten. In Steyr meldten sich zuletzt 150 der 320 Kinder von der Nachmittagsbetreuung ab. Vielen Gruppen droht die Auflösung. Das bedeutet aber auch, dass die Zahl der Pädagoginnen zurückgehen wird müssen. Die Angst um den Jobverlust geht um!

Die Einführung der Kindergartengebühr trifft viele Familien hart. Sie können sich die kostenpflichtige Betreuung ab 13 Uhr nicht leisten. Wie berichtet, meldeten sich in Steyr 150 der 320 Kinder von der Nachmittagsbetreuung ab. Vielen Gruppen droht die Auflösung. Das bedeutet aber auch, dass die Zahl der Pädagoginnen zurückgehen wird müssen. Die Angst um den Jobverlust geht um!

„In der Kindergartenlandschaft ist sehr, sehr viel in Bewegung, auch bei den Pädagoginnen“, seufzt SPÖ-Familiensprecherin Petra Müllner. Sie befürchtet, dass es wegen der kostenpflichtigen Nachmittagsbetreuung zu einer Entlassungswelle kommen könnte.
Denn seit Einführung der sozial gestaffelten Monatsgebühr zwischen 42 und 110 Euro gab es in vielen Städten und Gemeinden bereits in den ersten Tagen reihenweise Abmeldungen. In Steyr ging die Zahl der Nachmittagsbetreuungen von 320 auf 170 zurück. In Wels wurden schon 184 von bisher 629 Kindern abgemeldet.

Job wird unattraktiver
Eine genaue Auswirkung der neuen Tarifordnung wird erst in ein paar Monaten möglich sein. Vielerorts haben die Eltern von der Gemeinde noch gar nicht erfahren, wie hoch der Beitrag ausfallen wird. „Es kann aber auch sein, dass Eltern feststellen, dass es ohne einer Nachmittagsbetreuung im Kindergarten einfach nicht geht“, meint Müllner.

6941 Beschäftigte in Kindergärten
Davon geht Grünen-Landtagsabgeordneter Stefan Kaineder aber nicht aus: „Immer mehr Kommunen, die es sich leisten können, werden eigenes Geld einsetzen müssen, um die Kinderbetreuung, die Gruppen und damit die Jobs der Kindergärtnerinnen zu halten.“Derzeit sind in Oberösterreich 6941 Personen in den Kindergärten beschäftigt. Das Einstiegsgehalt liegt bei rund 1560 Euro brutto.

Ansfeldener Bürgermeister ist sauer
Auch der Ansfeldener SPÖ-Stadtchef Manfred Baumberger übt scharfe Kritik an der Gebühr für die Nachmittagsbetreuung.

„Krone“: Warum soll der Kindergarten gratis bleiben?
Manfred Baumberger: Weil die Bildung unserer Kinder die Zukunft ist. Und der Kindergarten ist eine Bildungseinrichtung, bei der einfach nicht gespart werden darf!

Krone: Wie haben Eltern in Ansfelden auf die Einführung der Gebühr reagiert?
Baumberger: Anfang des Jahres wurden noch 361 Kinder am Nachmittag betreut, nun hat sich bereits ein Drittel abgemeldet.

„Krone“: Werden Sie Personal einsparen müssen?
Baumberger: Das Ausmaß ist noch nicht absehbar. Wir werden umstrukturieren müssen. Fix ist aber auch, dass sich der Mangel an Pädagoginnen verschärfen wird. Denn immer mehr Teilzeitstellen werden den Beruf der Kindergartenerzieherin unattraktiv machen, gerade für Berufseinsteigerinnen.

Mario Zeko, Kronen Zeitung

 

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