Mo, 23. April 2018

12 Wochen verschwunden

20.01.2018 08:51

Verschollener Doppelmörder: 100.000 Videoabrufe

Die Hinweise werden weniger, die Spuren erkalten: Seit dem Doppelmord im steirischen Stiwoll Ende Oktober fehlt jeder Hinweis auf den Verbleib des mutmaßlichen Todesschützen Friedrich F. Nach wie vor ist ungeklärt, ob der 66-jährige Tatverdächtige noch am Leben ist, möglicherweise bei einem Gesinnungsgenossen untertauchte – oder vielleicht bereits tot ist. In Vergessenheit geraten die grausame Bluttat, bei der zwei Menschen ihr Leben verloren, und der als Querulant bekannte 66-Jährige aber in keinem Fall – das zeigt sich nicht zuletzt anhand der immer noch steigenden Abrufe der Videos, die Friedrich F. auf YouTube veröffentlichte.

Bereits vor der Bluttat hatte der 66-Jährige die überaus skurrilen Beschwerdevideos im Netz veröffentlicht – doch erst der Doppelmord ließ die Zahl der Videoabrufe rasant nach oben schnellen. Die Clips – nach wie vor abrufbar – wurden in den letzten Wochen vielfach geteilt, verbreitet – und haben mittlerweile insgesamt sogar die 100.000-Klick-Marke geknackt. Ein Hype mit überaus fahlem Beigeschmack.

Die meisten Abrufe (mehr als die Hälfte der Gesamtklicks) verzeichnete dabei ein Video (siehe oben), das ein lautstarkes Aufeinandertreffen des 66-Jährigen mit zwei Nachbarn zeigt. Friedrich F. wird darin beim unerlaubten Filmen auf dem fremden Grundstück ertappt und von den schwer erzürnten Männern auch körperlich angegriffen und mit Schimpftiraden bedacht.

Europaweite Fahndung
Die Zahl der Videoabrufe wird wohl auch künftig noch weiter steigen – im Gegensatz dazu sinkt die Zahl der Hinweise, die bei der Polizei eingehen. Nach wie vor wird nach dem dringend Tatverdächtigen nicht nur in Österreich, sondern auch europaweit gefahndet. Eine heiße Spur gibt es jedoch nicht.

Wie erst kürzlich berichtet, wird daher auch für die Exekutive jenes Szenario immer wahrscheinlicher: Friedrich F. ist tot. Von einem Selbstmord gehen die Ermittler, auch aufgrund des Charakters des 66-Jährigen, jedoch weniger aus, vielmehr von einem Unfall auf der Flucht. Oder hält sich der 66-Jährige etwa doch bei einem Komplizen versteckt?

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz

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